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Termine

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Terminen des Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler Dr. Jens Baumann.

2022

Gründungsveranstaltung

In Chemnitz gründete sich der Regionalverband der Vertriebenen und Spätaussiedler Chemnitz/Südwestsachsen. Gratulation an die Vorsitzende Liane Labuhn, Stellvertreter Alexander Schulz und Schatzmeisterin Lilli Tews. Allen Gruppen und Einzelpersonen steht nunmehr mit dem Verein ein kompetenter Ansprechpartner für die Durchführung von Projekten zur Verfügung.

Krippen aus Ost- und Südosteuropa

Nun beginnt die Weihnachtszeit – Ankommen, am besten erst mal bei sich selbst. Die Stiftung Erinnerung Begegnung Integration eröffnete heute ihre zweite Sonderausstellung - diesmal zu Krippen aus Ost- und Südosteuropa. Musik, Glühwein, Gebäck und eine fachkundige Einleitung von Frau Kempgen stimmten auf die vor uns liegende Zeit ein. Regionale Unterschiede der Krippenkultur wurden deutlich, Krippen die in der Not entstanden, Krippen aus entlegenen Gebieten (Karelien) und Krippen zur Repräsentation, Krippen für die Reise und und und … auch so wird Geschichte lebendig. Ein Katalog wäre ggf. mal nachdenkenswert - und förderfähig. Die Ausstellung hat jeweils von 10.00 bis 14.00 am 29.11., 1.12., 4.12., 6.12., 8.12., 11.12., 13.12., 15.12., 18.12., 27. und 28.12. geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos, Spenden sind willkommen.

Staatsminister Armin Schuster (links) und Dr. Jens Baumann © SMI/PÖ

Herr Staatsminister Armin Schuster informierte sich heute über die Arbeit im Bereich der Vertriebenen- und Spätaussiedler. Die Umsetzung der Aufgaben aus dem Koalitionsvertrag, wie die Entwicklung der außerschulische Bildungsstätte Transferraum Heimat, standen dabei genauso im Blickpunkt wie die vielfältigen Wanderausstellungen für Schulen und Kommunen und nicht zuletzt die grenzübergreifende projektbezogene Zusammenarbeit mit unseren Nachbarstaaten Polen und Tschechien. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Unterstützung der Kommunen im sorbischen Siedlungsgebiet bei der Umsetzung der Zweisprachigkeit. Herr Staatsminister wird hierzu auch am Montag, den 5. Dezember, mit Vertretern der Domowina und aus dem kommunalen Bereich vor Ort ins Gespräch kommen.

Ehrung der sorbischen Nationalmannschaft

Im Sommer errang die Fußballmannschaft der Lausitzer Sorben, aus der Nieder- und Oberlausitz aus Brandenburg und Sachsen, bei der Fussballeuropameisterschaft der Minderheiten (Europeada) erstmalig den 3. Platz. Diese tolle Leistung wurde nochmal gebührend von Ministerpräsident Michael Kretschmer gewürdigt und in Schleife gemeinsam gefeiert. In der gesamten Lausitz und darüberhinaus wurde damals kräftig mitgefiebert. In zwei Jahren gilt es nun, die Mannschaft weiter zusammenwachsen zu lassen, dieses Ergebnis zu verteidigen, und natürlich auch eine Frauenmannschaft aufzubauen, die im Sommer leider nicht antreten konnte. Am Vormittag kamen im Landratsamt Bautzen die Bürgermeister der sorbischsprachigen Kommunen zusammen, um gemeinsam mit der Sorbenbeauftragten Halena Jancyna des Landkreises, der Stiftung für das Sorbische Volk, der Servicestelle, dem Domowinavorsitzendem Dawid Statnik und dem Innenministerium über den Ausbau der kommunalen Zweisprachigkeit zu beraten. Ein gelungener Tag!

Staatsekretär besichtigt Transferraum Heimat in Knappenrode

Staatssekretär Dr. Frank Pfeil besuchte am Donnerstag die Bildungsstätte Transferraum Heimat in Knappenrode.

Einem intensiven Gedankenaustausch mit der Stiftung Erinnerung, Begegnung und#Integration zu den vielfältigen Äußerungsformen des Bekenntnis zu und dem Einsatz für Heimat folgte ein Rundgang durch die im September 2021 bereits teileröffnete Dauerausstellung.

»Die Bedeutung von Heimat für eine gelingende Lebensgestaltung wird hier deutlich. Im Mittelpunkt stehen das Erleben, das Bekenntnis und das aktive Bewahren von Heimat. Mit der Verbindung der Diskussion von Integration in Ost und West nach 1945 mit den heutigen Integrationserfordernissen neuer Zuwanderer, die unser Land bereichern, leistet die Bildungsstätte einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Schulen können hier z. B. die Möglichkeit bekommen, Geschichte interaktiv, mittels moderner VR-Technik und vielfältigen Zeitzeugeneinspielungen, lebendig nachzuvollziehen«, so Dr. Frank Pfeil über die Ausstellung.

Volkstrauertag

Im ehemaligen Kriegsgefangenenlager Zeithain kamen zehntausende sowjetische, hunderte italienische und weitere Kriegsgefangene anderer Nationen um – wir wissen um unserer bleibende Verantwortung. Am Volkstrauertag gedachten wir dieser Opfer, aller Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terror unserer Nation und aller anderen Nationen - und der Blick geht natürlich zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine, der nun schon seit acht Monaten tobt. Trotz aller Höhen und Tiefen, Leid und Gutem, was die Menschheit hervorgebracht, erfahren, durchlitten und zu verantworten hat, erscheinen manchem Kriege als ein opportunes Mittel, seinen Willen anderen aufzuzwingen.
KRIEG: KRIEG ICH DEINE FRAU (Troja)
KRIEG: KRIEG ICH DEIN LAND
KRIEG: KRIEG ICH DEINEN REICHTUM
KRIEG: KRIEG ICH MACHT
KRIEG: KRIEG ICH EHRE
KRIEG: KRIEG ICH MEINEN WILLEN
Der Volkstrauertag ist Gedenktag und auch Auftrag, sich aktiv für eine friedliche Gegenwart und Zukunft einzusetzen, Kriegsverbrechen, Vertreibungen weltweit zu verurteilen und die Menschenwürde ebenso überall als unantastbar zu verteidigen. Konflikte werden nicht durch Wegsehen gelöst. Nur so kommen wir zu einem gerechten Frieden, und nur ein gerechter Friede kann Kriege verhindern. Dies weißt auch darauf hin, dass zu einer friedlichen Gegenwart auch Soldaten gehören, die diese erkennbar schützen. Die eigentlichen Verlierer der Kriege sind immer die Eltern, Frauen und Mütter - so Käthe Kollwitz. Und zum Volkstrauertag gedenken wir auch einer seltener genannten Gruppe, die sich überhaupt gar nicht erst wehren konnten, nicht mal den Gedanken fassen konnten - was kann ich tun, kann ich mich schützen. Gemeint ist die nicht eben kleine Gruppe unserer behinderten Mitbürger, die uns schutzlos anvertraut ist. 

Jahresabschlussveranstaltung des Bund der Vertriebenen

Zwei Tage lang fand die Jahresabschlussveranstaltung des Bund der Vertriebenen - Landesverband Sachsen statt. Über 40 Delegierte aller Mitgliedsverbände diskutierten die kommenden Aufgaben, die Bildung der Regionalverbände, den weiteren Ausbau des außerschulischen Lernorts Transferraum Heimat in Knappenrode, die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg, Ausstellungsideen, den nächsten Schülerwettbewerb und vieles andere mehr. Der Landesvorsitzende Frank Hirche konnte auch heute dem Ehrenvorsitzenden Wolfgang Fiolka zum 91. Geburtstag gratulieren. Abendliche kulturelle Vorträge, zB zum Fortleben von Familienbetrieben über die Umbrüche hinweg, runden die voll ausgefüllte Tagung ab, die die Landesgeschäftsführerin Claudia Florian gut vorbereitet hat.

Gründungsveranstaltung in Leipzig

Am Freitag, den 11.11.2022, gründete sich nach längerer Diskussion nun der erste Regionalverband der Vertriebenen (Regionalverband der Vertriebenen und Spätaussiedler Leipzig/Nordsachsen e. V.).  Chemnitz und Dresden werden folgen, so dass dann alle Mitglieder in den verschiedensten Gegenden von Sachsen aufgefangen werden können. Gleichzeitig können damit die Verwaltungsstrukturen gestrafft und die Orientierung auf die inhaltliche Arbeit gestärkt werden. Ein herzliches Glückauf dem ersten gewählten Vorsitzenden Henry Hufenreuter  mit seiner Mannschaft. Unser Beauftragter für Vertribene und Spätaussiedler wird die Arbeit mit allen Kräften unterstützen.

Ausstellung Tryptichon in Knappenrode

»Wir grüßen die Verfolgten und Bedrängten. Wir grüßen unsere Freunde im Reich. Ihre Standhaftigkeit und Treue verdienen Bewunderung. Ihr Bekennermut und ihre ungebrochene Zuversicht verbürgen eine hellere Zukunft.« Diese Worte 1933 von Otto Wels zur Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes gesprochen, mussten auf eine hellere Zukunft weit über zwölf Jahre warten. Das von der Stiftung Erinnerung Begegnung Integration erworbene Tetraptychon von Karl Heinz Hochstädt erfasst die Verderbnis und Verbrechen der Herrschaft des Nationalsozialismus und erinnert an die vielen Millionen Opfer in unzähligen Ländern, es weißt eindringlich auf die Vernichtung des jüdischen Volkes hin. Das Tetraptychon ergänzt seit heute den Ausstellungsteil zur Weimarer Republik und der Herrschaft des Nationalsozialismus und seinen Konsequenzen, die eben auch zu Flucht, Vertreibung und dauerhaften Abschied von der Heimat führten. In Knappenrode wird dieses Thema aufgearbeitet, die Ankunft und Integration in Ost und West widergespiegelt und mit heutigen Flüchtlings- und Vertreibungsgeschehen in Bezug gesetzt. Mit der Aufhängung dieses Tetraptychon heute wollen wir an den 9. November 1938 genauso erinnern wie an die hellere Zukunft, die Otto Wels angesprochen hatte, denn dem dunklen 9. November 1938 folgte auch der 9. November 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer.

65. Jubiläums der Deutsch Sozial-Kulturellen Gesellschaft

Aus Anlass des 65. Jubiläums der Deutsch Sozial-Kulturellen Gesellschaft in Waldenburg fand im Kurtheater in Bad Salzbrunn ein Festakt statt. 65 Jahre sind ein Geburtstag der besonderen Art, und so wurde auch die „Eiserne Lady“ des Verbandes, die seit Beginn an seiner Spitze steht, Frau Stempowska, gebührend gefeiert. Gratulanten kamen aus ganz Polen und auch aus Deutschland. Gerade in diesen Zeiten eine wichtige Geste, auch für die Deutsche Minderheit, die junge und ältere Menschen vereint. Die vielfältigen Beiträge und Reden (z. B. stellv. Stadtpräsidentin Waldenburgs, Rafał Bartek als Vorsitzender des Gesamterbandes in Polen und Bernard Gaida als Sprecher der AGDM) zeugten vom reichen kulturellen Leben und der Bedeutung der Minderheit für die polnische Gesellschaft und das grenzüberschreitende Miteinander. Auch wir in Sachsen haben die Chöre oft zu Gast, führen gemeinsame Ausstellungen und Tagungen durch. Nicht zuletzt entstand in Waldenburg mit sächsischer Hilfe ein Denkmal für den schlesischen Bergbau, konnten wir letztes Jahr Joanna Bator mit dem Riesengebirgspreis für Literatur für ihr Buch Sandberg, in dem der Region Waldenburg und ihren Menschen ein literarisches Denkmal gesetzt wird, ehren. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die vor allem auch die Freude am gemeinsamen Tun zeigte.

Ausstellung Wolfskinder in Sachsen

Der DRK Kreisverband Weißwasser e. V. zeigt seit heute die Ausstellung »Wolfskinder in Sachsen. Eine Spurensuche«. In der Woche nach den Ferien sind die Lehrer eingeladen, danach können Klassen begleitet werden. Insbesondere erläuterten die Vorsitzende Frau Koschkar und der Leiter des Suchdienstes Sachsen, Herr Goll, wie der Suchdienst insbesondere für Kinder heute funktioniert. Denn Kinder sind besonders gefährdet, einmal wenn sie sich alleine durchschlagen müssen, zum anderen aber auch, wenn sie auf vermeintliche Helfer treffen, die sie als Arbeitssklaven oder für sexuelle Dienstleistungen missbrauchen. Auch heute gibt es Krieg, Flucht und Vertreibung. Interessant war unter anderem, dass von ehemals seit dem Krieg gesuchten knapp 300.000 Kindern heute nur noch rund 5.000 Fälle offen sind. Der Suchdienst ist nach wie vor für alle unaufgeklärten Fälle aktuell. Es lohnt sich, auch bereits abschlägig beschiedene Anfragen nochmals neu zustellen, denn der Zugang zu Archiven wird leichter oder es finden sich bisher unbekannte Gräber, wo Erkennungsmarken die Identifizierung ermöglichen. Zuvor besuchte Herr Dr. Baumann den Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund, mit dem es schon viele anregende Projekte hatte (wie die jährlichen Krobnitzer Gespräche). Frau Köhler führte ihn sachkundig und kurzweilig durch das Granitabbaumuseum in Königshain, in dem auch viele Arbeitskräfte aus Schlesien beschäftigt waren. Modellhaft verkleinert oder mit Apps oder VR-Brille lässt sich der Arbeitstag ob winters oder sommers erleben. In den Ferien ein toller und mal anderer Ausflugstipp.

Preisträger Wito Bejmak

Hier sind wir zu Hause, hier wollen wir sein, hier wollen wir arbeiten, hier wollen wir singen – So ungefähr lautete der Schlusssatz der Laudatorin Judith Scholze in Lohsa auf den diesjährigen Preisträger des Zejler-Preises 2022, Wito Bejmak. Und diese Worte zeigen, wie sehr Heimat Initiative freisetzt, wie sehr Heimat Verbundenheit für die eigene und zukünftige Generation ist. Wito Bejmak, Jahrgang 1969, setzt sich unter anderem entschieden für die Digitalisierung der sorbischen Sprache ein. Ein Einsatz, den auch Microsoft unterstützt und begleitet. Mit dem Repräsentanten führte der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler am Rande der Veranstaltung ein längeres interessantes Gespräch, denn wäre da nicht ein zukünftiger Weg, Anliegen in auch auf Sorbisch konsequent zu beantworten, also Hürden zu minimieren? Die Staatsministerin Barbara Klepsch würdigte in ihrem Grußwort das Engagement des Preisträgers für die gleichberechtigte Entwicklung der Sprache - die Kampagne ihres Ministeriums „Sorbisch - na klar“ zeigt ungemein viele produktive Ergebnisse. Das Innenministerium begleitet dies durch die Förderung der Kommunen bei der Umsetzung der Zweisprachigkeit; nicht zuletzt werden Mittel für den beschädigten Schriftzug am Zejlerja-Haus freigeben, dies konnten wir gleich mit besprechen. Insgesamt ein sehr schöner lehrreicher Termin, wo man auch mal die Kopfhörer (Übersetzung) abnahm und dem Klang der Sprache wie auch der Ausdruckskraft der Sprecher lauschen wollte. Sprache ist Heimat und Identität, wenn dann die gesamte Festgemeinschaft auf Sorbisch ihre Glückwünsche singt, ist das ergreifend.

Besuch Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Eine umfangreiche Tagesordnung beschäftigte heute den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Zu seinen Aufgaben zählt nicht zuletzt auch die Bergung und Bestattung von Opfern von Flucht und Vertreibung und entsprechende Bildungsangebote bei der Bundeswehr wie »Geflohen - Vertrieben - Angekommen«. Dies ist auch ein Thema, welches Schulen zunehmend bei unserem Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler nachfragen und wo dieser mit Vorträgen und Ausstellungen unterrichtsbegleitend unterstützen kann. Diese sollten sich auch für Bundeswehrstandorte in Sachsen eignen. Die aktuelle Bedeutung des Volksbundes zeigt ein nachdenkenswerter Bericht aus der Ukraine, wo ukrainische Soldaten bei der Aushebung von einem Schützengraben zur Verteidigung auf Überreste deutscher Soldaten stießen, diese dem Volksbund übergaben und die nun auf ihre ordnungsgemäße Bestattung warten. In Kürze steht der Volkstrauertag (13. November) an - Herr Dr. Baumann wird diesen in Torgau am dortigen durch den Bund der Vertriebenen errichtenden Gedenkstein wahrnehmen.

Stiftungsratssitzung Schlesisches Museum

Schöner Auftakt bei der Stiftungsratssitzung im Schlesischen Museum: Unser Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler konnte der Direktorin des Schlesischen Museums in Görlitz, Dr. Agnieszka Gąsior, zum traditionsreichen Jabłonowski-Preis gratulieren (am 7. Oktober 2022). Sie erhielt den Preis in Anerkennung ihrer Verdienste als Wissenschaftlerin mit einem breiten, komparatistisch angelegten Forschungsspektrum, in dem Polen immer eine zentrale Rolle spielt. Ebenso gratulierten wir nachträglich unserem Ratsmitglied Kunsthistorikerin Dr. Beate Störtkuhl zur Auszeichnung mit dem ebenso renommierten Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen (24. September 2022). 

Besichtigung des Bauplans

Heute packten die Vorstände der Stiftung und des Landesverbandes sowie die Kuratoren alle mit an. Im 3. Bauabschnitt im Transferraum Heimat gilt es nun, die Ankunft/Integration der Vertriebenen in Ost und West abzubilden sowie anhand von fünf interaktiv zu gestaltenden Themeninseln die Inhalte aufzubereiten, die Flüchtlingen/Vertriebenen früher und heute und in Zukunft wichtig sein werden. Wir denken an die Bedingungen des Findens einer neuen Heimat, Akkulturation, Sprache, lebenswerte Perspektive. Hier fließen auch Antworten von Schülern mit ein, die wir exemplarisch befragen. Schließlich soll der Transferraum Heimat nicht nur Geschichte erzählen, sondern der Ort sein, wo das Thema der Beheimatung zukunftsfähig, über die deutschen Vertriebenen hinaus, umfassend diskutiert wird. Auf dem Plan sieht man die Mauer zwischen Ost und West (die dann durch die Kraft der Menschen fällt), dann die Themenkreise Eigentum/Besitz (Haus), Demokratie/Freiheit, Bildung (aufgeklapptes Buch), Kultur (Amphitheater) usw. Es wurden diese Bereiche in ihren Maßen durch Tische, Stühle etc. aufgebaut, um einen Raumeindruck, Laufrichtungen, Platzverhältnisse zu hinterfragen. Im Ergebnis muss die Planung nochmal überarbeitet werden, um dann in die Ausschreibungen für die Einbauten zu gehen (dann braucht es noch Texte, Objekte, Filme/Interviews, interaktive Angebote). Skizze, Planung und Aufbauen im vorhandenen Raum unter Einbeziehung von Lichtverhältnissen etc. sind eben unterschiedlich. Wichtig ist: es hat Spaß gemacht, Meinungen prallten aufeinander, um am Ende in einen gemeinsame Lösung zu münden. Am Nachmittag/Abend dann Sitzung mit der Kriegsgräberfürsorge für eine gelingende Erinnerungskultur in Hoyerswerda und Dresden: ein Thema, welches mit den Vertriebenen eng zusammenhängt, in der Gedenkstätte Nardt symbolisiert sich dies.

CD-Cover

Am Rande der Landesvorstandssitzung der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V. überreichte heute Manfred Hellmund die CD mit Liedern und Instrumentalstücken des Ensembles Sonnenschein, die der Dachverband der Sächsischen Spätaussiedler Aussiedlerverband Sachsen e. V. herausgegeben hat. Ein schönes Ergebnis eines Förderprojektes. Herzlichen Glückwunsch den engagierten Kindern sowie der Chorleiterin Vera Eichler, Rosa und Peter Wegelin, Leonid Gershkovich und Manfred Hellmund.

Austausch mit Schüler am Gymnasium Groitzsch

Das Gymnasium Groitzsch hatte  für seine Schüler den Tag der Wissenschaften – ein Rundumblick über den Schulalltag hinaus. Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler war gebeten worden, zwei Vorträge aus seinem Aufgabenbereich beizusteuern: »Verschoben - Geflüchtet - Vertrieben. Wieviel Heimat hat der Mensch. Nachdenken über 1945 bis Heute« und »Nationale Minderheiten in Europa. Gewinn oder Last für den Staat?«. Rund 50 Schülerinnen und Schüler diskutierten mit und brachten eigene Sichtweisen ein. Einige Anregungen, z. B. was für heutige Flüchtlinge wichtig ist für Integration und Engagement für unseren Staat, konnte  Herr Dr. Baumann für die Bildungsstätte Transferraum Heimat in Knappenrode mitnehmen, wo ein Austausch mit den Kuratoren ansteht. Heimat hat viele Nuancen - aber jeder braucht eine. Und dass Minderheiten ein Gewinn sind aber eben auch Schutz- und Förderbedürfnisse haben, die eigentlich dann allen zugute kommen, formulierten die Schüler am Ende selbst. Mal ein anderer Arbeitstag, und ein anderer Schulalltag. 

»Wšo dobre a wjele wjesela! – Alles Gute und viel Freude!«, wünscht Dr. Jens Baumann, Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler. Anlass dafür ist die Eröffnung der neu gebauten Kamenzer Stadtbibliothek.

Aus Mitteln des Innenministeriums für die Förderung der Zweisprachigkeit in den Kommunen konnte die Bibliothek erstmalig einen Buchbestand in sorbischer Sprache anschaffen, der vorher nur über Fernleihe zu erhalten war.

»So wird Sorbisch als Heimatsprache erlebbar, greifbar, lesbar. Dem Sächsischen Staatsministerium des Innern ist es ein wichtiges Anliegen, die 42 Kommunen im sorbischen Siedlungsgebiet bei der Förderung der Zweisprachigkeit zu unterstützen, so dass der Kreis der Sorbisch-Sprechenden seine Heimatsprache immer öfter im Alltag findet, sei es an Straßenschildern, sei es auf den Internetseiten der Kommunen oder sei es eben in der Bibliothek.«, so Dr. Baumann.

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(© Thomas Käppler)
Eröffnung Stadtbibliothek Kamenz
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Eröffnung Stadtbibliothek Kamenz
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Eröffnung Stadtbibliothek Kamenz
Tagungsteilnehmer

Das Bildungszentrum Transferraum Heimat gewinnt immer mehr an Vielfalt. Zum Beispiel mit der ersten internationalen Tagung mit Wissenschaftlern aus Deutschland, Polen und Tschechien zum Thema Beheimatung. Insbesondere wurde der Blick aus literaturwissenschaftlicher Sicht auf Heimat und Möglichkeiten der (Neu)Beheimatung diskutiert. Klar wurde, dass Beheimatung ein unendlicher Prozess ist und gerade mit neuen Flüchtlingswellen auch eine Selbstvergewisserung seines Platzes in der Heimat erfolgt. Heimat finden ist ebenso ein aktiver Prozess - und nur wer sie hat, wird sich für sie, mithin für die Gesellschaft engagieren. Die Lausitz ist ein guter Ort für solche Gedanken (Tagungsband folgt später). Hier erlebten die Menschen über Jahrhunderte hinweg unterschiedliche Herrschaftszuordnungen; nicht zuletzt ist die Lausitz auch ein Beispiel für eine gelungende Minderheitenpolitik.

Carolakreuz im ehemaligen Schlosspark von Schloß Sybillenort

Offizielle Einweihung des Carolakreuzes im ehemaligen Schlosspark von Schloß Sybillenort. Ein besonderer Dank gebührt dem polnischen Staatsforst und der Gemeinde Dlugoleka. Die Bürgermeisterin Joanna Adamek erinnerte in ihren Worten an den sächsischen König Albert und nahm auch Bezug auf das Miteinander über die Grenzen hinweg. Dank auch an die Landsmannschaft Schlesien Landesverband Sachsen, die tatkräftig das Ganze koordinierteund vor allem auch anpackten. Unser Beauftragter hätte auch gern das Anliegen der Gemeinde unterstützt, die auch für eine ansprechende Umfeldgestaltung und eine Beschilderung/Erläuterung in Polnisch, Deutsch und Englisch sorgte. Auch der Park lädt im Übrigen zum Bummeln und Verweilen ein.

Gesprächsrunde

Mit dem Stiftungsvorstand Erinnerung Begegnung Integration gab es in Oppeln viele Gespräche. Zuerst bei Frau Herud, Bevollmächtigte des Woiwodschatsrates für kulturelle Vielfalt, danach in der Eichendorff-Zentralbibliothek (hier wird auch unsere Minderheitenausstellung während der Oppelner Kulturtage stehen, die wir zusätzlich ins Polnische übersetzt und aktualisiert haben - Minderheitenpolitik ist Friedenspolitik), dann eine tolle Führung durch das gerade neu eröffnete Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen und zuletzt ein Zusammentreffen mit der Vorsitzendem und Geschäftsführerin des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften und dem Direktor des Hauses für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit. Es ging um die Möglichkeiten gemeinsamer Ausstellungen, Kolloquien und insbesondere die Unterstützung der Vereinsaktivitäten bei den Schulen. Projekte wie Lernraum oder auch das Schlesienseminar, aber auch Sportschulen bieten sich an, bei der jungen Generation in beiden Ländern Interesse füreinander zu wecken. Unsere Stiftung ist ebenso der Bildungsarbeit, der wissenschaftlichen Forschung als auch dem grenzüberschreitenden Miteinander verpflichtet. Heute wurde ein guter Grundstein im persönlichen Kennenlernen gelegt.

Gedenktag © Antikomplex

Im Jahr 2014 erklärte Stanislaw Tillich jeden zweiten Sonntag im September zum »Sächsischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung«. Ein Thema, das heute aktueller denn je ist. Bei der Festveranstaltung am 11. September 2022 wurde der »ZukunftErbe-Preis« vergeben. Ein Preis für herausragende Leistungen für die Bewahrung des kulturellen Erbes der Vertreibungs- und Aussiedlungsgebiete der Deutschen aus Ostmitteleuropa. In diesem Jahr geht er an den Verein Antikomplex.

Der Verein engagiert sich seit seiner Gründung 1998 dafür, den Dialog zwischen Tschechen und Deutschen zu fördern. Darüber hinaus setzt er sich dafür ein, in Tschechien eher tabuisierte Themen wie beispielsweise die Vertreibung der Deutschen aufzugreifen. Der Verein widmet sich zudem der Pflege des gemeinsamen Kulturerbes.

Die Laudatio bei der Preisverleihung hielt Dr. Tomáš Kafka, Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland.

Den Bericht zum Gedenktag vom Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler Dr. Jens Baumann können Sie auf seiner Facebook-Seite lesen.

Am 10. September 2022 fand das 7. Kulturfestival der Deutschen Minderheit in Polen in der Jahrhunderthalle in Breslau statt. Neben politische Diskussionen, moderner Musik, Ständen und Austausch bei Schulorganisationen, Verlagen war auch die Minderheitenausstellung gefragt. Ein Höhepunkt war das Jugendforum, wo sich Jugendliche vor der Kamera zu den Ansichten, Ängsten, Chancen der Jugend heute austauschten.

Am Vorabend des Kulturfestivals gab der Deutsche Generalkonsul Martin Kremer einen Empfang. Die neue Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedler und Minderheiten, Natalie Pawlik, sowie der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen Dr. Thomas Bagger formulierten dort klar, dass die Deutsche Minderheit bei der Bundesregierung immer ein offenes Ohr findet, und das insbesondere unterschiedliche Ansichten der Regierungen von Polen und Deutschland nicht auf dem Rücken der Jugend (der Schüler) ausgetragen werden sollten. Minderheitenpolitik ist ein Teil der Friedenspolitik, dies wird heute weltweit klarer als zuvor. Die Förderung der Jugendarbeit wird ein wichtiger Baustein bleiben, dies sollte sich auch in den sächsischen Projekten widerspiegeln.

Ausführlicher zum Kulturfestival und zum Empfang des Generalkonsuls lesen Sie auf dem Facebook-Profil von Dr. Jens Baumann.

Am 6. September 2022 haben sich erstmalig auf Einladung der neuen Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Natalie Pawlik, die Landesbeauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler in einer Videokonferenz ausgetauscht. Wichtige Themen sind das Rentenproblem für die Spätaussiedler sowie die Hilfe für die Deutschen Minderheiten, aber auch die Unterstützung der vielen Projekte zum Erhalt des gemeinsamen grenzüberschreitenden kulturellen Erbes.

Mehr dazu auf dem Facebook-Profil von Dr. Jens Baumann.

Am 5. September 2022 hat Dr. Jens Baumann am Jahresempfang des Oberbürgermeisters von Hoyerswerda Torsten Ruban-Zeh teilgenommen, zu dem auch der Ministerpräsident Michael Kretschmer ein Grußwort hielt. Über seine Eindrücke berichtet Dr. Jens Baumann auf seinem Facebook-Profil.

Veranstaltung zum Weltfriedenstag

In Deutschland wird der 1. September meist als Weltfriedenstag (international ist es aber der 21. September) begangen, erinnert er doch an den von deutschen Boden ausgehenden Beginn des 2. Weltkrieges vor nunmehr 83 Jahren. Und trotz der Millionen Toten und Flüchtlinge, der Verstümmelten und Auseinandergeworfenen - hat die Welt nichts gelernt, könnte man manchmal denken. Dr. Jens Baumann konnte aus diesem Anlass die Ausstellung Wolfskinder in Sachsen in der Oberschule Reichenbrand in Chemnitz vor einer gut gefüllten Aula eröffnen. Danke an die engagierten Gesichtslehrer und an die aufmerksamen Schüler, denen das Schicksal der Schwachen und Hilflosen etwas nähergebracht wurde - und wo es umsomehr gilt, eine Welt anzustreben, in der unsere Kinder einmal ohne Krieg und Leid leben können. Erfreulich waren die Gespräche am Rande, dass die sächsische Politik hier auch positiv rezipiert wird.

Zentraler Tag der Heimat 2022

Vertriebene als Brückenbauer.
Eine sehr würdevolle und außerordentlich gut besuchte Veranstaltung in der Französischen Friedrichstadtkirche (man denke an die Hugenotten, die auch Flüchtlinge waren). BdV Präsident Prof. Bernd Fabritius spannte einen weiten Bogen. Neben dem nachdrücklichen Erfolg und Aufgaben der Kulturförderung nach Paragraph 96 BVFG (die Förderung ist gerade völkerverbindend und damit notwendig) waren auch die Initiativen auf Bundes- und Länderebene anregend. Hier steht Sachsen mit einem eigenen Gedenktag für die Opfer von Flucht Vertreibung und Zwangsumsiedlung sowie dem außerschulischen Lernort Transferraum Heimat in Knappenrode ausgesprochen initiativreich und inhaltlich beschlagen da. Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussielder erfährt hier für die Arbeit immer wieder Anerkennung aus anderen Bundesländern und Polen. Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Minderheiten (mit Mitgliedern aus 21 Ländern), Bernhard Gaida, erhielt für sein Wirken die Ehrenplakette des BdV. Er machte zurecht auf die Rolle der Sprache für die eigene Identität und damit die Verantwortung der Aufenthalts- bzw. Heimatländer als auch der Mutterländer für den Fortbestand der Minderheiten aufmerksam - diese sind die kleinen fast unsichtbaren Brückenbauer. Auch hier ist Sachsen mit neuen Initiativen zur Förderung bei den Sorben ein positives Beispiel, wie es eben doch geht. Der Sprecher der Deutschen in der Ukraine (ca. 33.000 Mitglieder) Wolodymyr Leysle sprach ein Grußwort und bedankte sich für die Unterstützung. Unterstützung, Zusammenwirken, aus Vertreibung zu Versöhnung zu gelangen, europäisch sein - das waren Kernthemen des wortgewaltigen nachhallenden Festvortrags von Dr. Rafael Dutkiewicz. Breslau als wohl einzige europäische Stadt mit einem kompletten Bevölkerungsaustausch - Stadt der Vertreibung und Stadt der Versöhnung, heute wieder mit vielen zehntausenden ukrainischen Flüchtlingen - Russland als unser gemeinsames Probleme, die Erwartungen an Polen und Deutschland, geeint zu stehen endeten in Ausführungen zur Nation, die der Mensch braucht aber für die gilt: eine Nation kann sich heute nur international verwirklichen. So tiefgründig und ohne Ideologie hatte ich das noch nicht gehört; da können sie manche unserer Grünen und Linken ein Beispiel nehmen. Nachdenklich machte mich zudem der Satz: Das Gute siegt - aber das Böse stirbt nicht. … umrahmt wurde die Veranstaltung bestens musikalisch, sie brachte neue Gedanken, bestimmte für mich den Standort meiner Arbeit in Sachsen und ich frischte alte Kontakte auf und gewann neue hinzu. Ein guter Start für einen arbeitsreichen Herbst, mit unserem Gedenktag in Knappenrode, mit dem Minderheitentreffen in Breslau, einem Gedankenaustausch beim Stadtpräsidenten von Liegnitz.

Außerschulische Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat

Mit einer Sonderausstellung zu Werken der schlesischen Maler Elfriede Springer, Carl Löwe und Hardy Schneider-Sato eröffneten heute die neu geschaffen Sonderausstellungsräume im Transferraum Heimat in Knappenrode. Nicht zuletzt auch als kulturelle Bereicherung der Region. Die Bilder sind Eigentum der Stiftung „Erinnerung Begegnung Integration“ und zeugen von dem baulichen und landschaftlichen Reichtum Schlesiens. Von nun an wird die Stiftung regelmäßig Sonderausstellungen neben der Dauerausstellung zeigen. „In ihrem Kern soll Kunst Ermutigung sein“ - hier zur Auseinandersetzung mit Erbe und Heimat. Der Freistaat Sachsen unterstützt dies gern.

Mit den Bleistiftzeichnungen und -skizzen von Elfriede Springer (geb. 1886 in Sagan – gest. 1959 in Leipzig) und Carl Loewe (geb. 1874 in Laurahüte/OS – gest. 1961 in Berlin) ergibt sich die Gelegenheit, einen Blick in die feine Wahrnehmung und Bewahrung der heimatlichen schlesischen Orte und Landschaften zu werfen.

Die vorliegenden Arbeiten aus dem Œuvre Hardy Schneider-Satos (geb. 1919 in Hoyerswerdad – gest. 2002 in Karlsruhe) entstammen verschiedenen Schaffensperioden des Künstlers und geben etwas von dessen Entwicklung wieder. Allen drei Künstlern gemeinsam ist ihre schlesische Herkunft. Die Beschäftigung, mit dem auch geistigen Raum dieser Herkunft, kann uns zu neuen Gedanken um die grenzübergreifende Aneignung des gemeinsamen Erbes anregen. Die Öffnungszeiten in den Ferien sind Dienstag von 10:00 Uhr - 13:00 Uhr und jeden zweiten Samstag ab 6.8. von 10:00 Uhr - 13:00 Uhr und nach telefonischer Absprache unter folgender Rufnummer: 03571/607686 oder per Mail: frank.hirche@transferraum-heimat.de.

Seien Sie herzlich willkommen.
Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler freut sich, dass trotz des knappen Personals, den Problemen mit Lieferengpässen, gestiegenen Preisen usw. es Frank Hirche und Claudia Florian doch relativ rasch gelungen ist, den ersten Teil der Dauerausstellung nun um wechselnde Sonderausstellungen bereichern zu können. Ab Herbst wird dann der Teil der Integration in Ost und West sowie der Integration von Flüchtenden heute baulich und inhaltlich in Angriff genommen - ein Thema, welches in unserer heutigen Zeit mehr als aktuell und damit überaus förderfähig ist. Der Transferraum Heimat ist dem Beauftragten ein besonderes Anliegen. 

Gruppenbild

Die sozial-kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien unternahm am eine Studienexkursion in die Lausitz, um sich über die Unterstützung und Situation der Sorben in Sachsen zu informieren und natürlich auch mit Vertretern zu treffen und auszutauschen. Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler hält die Förderung von Minderheitenbelangen für eine wichtige Sache, da dies für die gesamte Region nachhaltig ist. Es ist schön, als Beauftragter sowohl die deutschen Minderheiten im Ausland als auch die Förderung der Zweisprachigkeit im Sorbischen Siedlungsgebiet unterstützen zu können. Herr Dr. Baumann konnte am Samstag die Teilnehmer in Neu-Jeßnitz bei Familie Ziesch begrüßen und mit ihnen ins Gespräch kommen. A und O einer gelingenden Minderheitpolitik ist natürlich der Erhalt und die Förderung der Sprache, nicht nur exklusiv sondern als im Alltag gebräuchlich.

Arbeit und Reisen bildet: Heute lernte der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler mit der Wanderausstellung »Wolfskinder in Sachsen« auch das DRK-Museum Beierfeld im Erzgebirge können. Danke an die Ehrenamtlichen um Herrn Uebe, danke Herrn Bürgermeister für die einführenden Worte, danke dem DRK. Krieg, Flucht, Hilfe und Zusammenführen - ohne das DRK bzw. das Rote Kreuz wäre das gar nicht durchstehbar. Da die Menschheit offensichtlich nicht in der Lage ist, Kriege zu verhindern, gilt es wenigstens, Leid zu lindern. Bis zum 31. August ist die Ausstellung dort zu sehen, ab dem 1. September dann in der Oberschule Reichenbrand in Chemnitz. Herr Dr. Baumann ermunterte das DRK, diese Ausstellung um zwei drei Tafeln zu Hilfen für Kinder und Geflüchtete inhaltlich zu erweitern; finanziell wird dies sichergestelltr. Gerade diese Präsentation zeigt, Geschichte wiederholt sich. Leider. Da schon mehrfach zu den Wolfskindern geschrieben wurde, hier einfach ein paar Bilder aus dem Museum. Es lohnt sich, wenn man dort ist. Einige besondere Stücke (Goldene Carola Medaille) sind zu sehen, ebenso ist die Geschichte über verschiedene Diktaturen und Demokratien dargestellt.

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Ausstellung in Beierfeld
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Ausstellung in Beierfeld
Gruppenbild der Veranstaltungsteilnehmer

Spannende und lehrreiche Diskussion gab es in Berlin zur Vorbereitung einer Ausstellung, die sich insbesondere dem Schicksal der Vertriebenen in der SBZ/DDR zuwenden möchte. Die zahlreichen sächsischen Projekte, über hundert Zeitzeugenaufnahmen, fünf Wanderausstellungen (Unsere Neue Heimat - Sachsen) bis hin zu unserem Bildungszentrum Transferraum Heimat können wir mit einbringen. Wichtig ist dabei eine lebendige und die potentiellen Besucher begeisternde Ausstellung. Dies wird immer wichtiger als die reinen Inhalte. Das Treffen war ein guter Anfang, bei dem Hr Dr. Baumann auch viel von den anderen Ländersichten mitnehmen konnte.

Gruppenbild der Teilnehmer

Einen sehr schönen und interessanten Austausch hatte der Beauftragte für Vertrieben und Spätaussiedler in Bahratal, wo er sich über das Wiedersehen mit Bernhard Gaida, Martin Dzingel und Renata Trischler gefreut hat. Jugendleiter aus zehn verschiedenen Ländern (Serbien, Lettland, Russland, Ukraine, Tschechien, Polen usw.) waren unter der Leitung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten anwesend und verbrachten eine intensive Woche in Sachsen miteinander, um dann in ihren Heimatländern mit Jugendlichen der Deutschen Minderheiten zusammen Projekte zu gestalten. Herr Dr. Baumann hat dies gern gefördert, da Jugendarbeit wichtig für ein, auch zukünftiges, Miteinander vor Ort und länderübergreifend ist. Und ganz nebenbei: wenn man so durch Sachsen fährt und auch die Gäste hört: Wir leben in einem wunderschönen Land.

Eröffnung der Ausstellung

Der 20. Juli ist ein Datum von bleibender Bedeutung und gehört zum positiven moralischen Erbe unseres Landes. Die Gewissensentscheidung der Widerstandskämpfer war ein Kompass für ein besseres Deutschland. Die Gewissensentscheidung damals gibt uns auch heute eine Richtschnur für ein „Nie Wieder“ - Totalitarismus, der neue Mensch gemäß einer vorgegebenen Ideologie, war und ist der Weg in den Abgrund. Aus Anlass dieses historischen aber nichtsdestotrotz zeitaktuellen Datums steht die über den Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler geförderte kleine Kabinettsausstellung »Prüfstein des Gewissens - Sächsische Spuren zum 20. Juli 1944« (erstmals 2019 in Schloß Schnaditz gezeigt) seit heute im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Staatsminister Sebastian Gemkow hat sein Haus hierfür zur Verfügung gestellt und nahm sich Zeit für einen Austausch. Vielleicht kann man in Sachsen die Ausstellug weiterziehen lassen - zum Beispiel Leisnig mit dem Geburtshaus von General Friedrich Olbricht oder Schloß Schnaditz (zeitweiliger Aufenthaltsort von Generalmajor Hans Oster - Urgroßonkel von Staatsminister Gemkow -, der hier verhaftet wurde). Bei Interesse kann die Ausstellung (jens.baumann@smi.sachsen.de) kostenlos ausgeliehen werden. Ganz nebenbei wächst die Reihe Widerstand im Widerstreit: die Publikation »Das widerständige Wort« von Prof. Dr. Gerhard Ringshausen dürfte ab September zu erwerben sein.

Im Gespräch Staatssekretär Dr. Pfeil (links) und der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler

Der neue Staatssekretär im Innenministerium, Dr. Frank Pfeil, informierte sich heute über die Belange der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen, über die Erinnerungsarbeit und die grenzübergreifende Bewahrung des gemeinsamen kulturellen Erbes. Dr. Pfeil, ehemals Hochschullehrer, lenkte den Blick auch auf die notwendige Bildungsarbeit, die ihm ein Anliegen ist. So will er das außerschulische Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat in Knappenrode besuchen und vor Ort mit der Stiftung "Erinnerung, Begegnung, Integration - Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen" und dem "Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V." ins Gespräch kommen.

Veranstaltung 30 Jahre Landsmannschaft Ost- und Westpreußen Kreisgruppe Chemnitz © SMI/Baumann

30 Jahre sind eine lange Zeit, wie der Herr Dr. Baumm selbst als Vorsitzender des Vereins für Denkmalpflege und Radebeul erlebte. Man wird das Amt nicht los. Aber aufhören geht auch nicht, da solche Vereine eben Geschichte nachzeichnen, Kultur pflegen, Werte vermitteln. Der beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler traf auf eine rege, bunte Gemeinschaft, Kinder, Eltern, Großeltern und Gratulanten, wie der Landesverband und auch die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Der Kulturkreis »Simon Dach« trug beschwingt zur Unterhaltung bei, ein historischer Vortrag rundete den Tag ab. Der Beauftragter wünscht alles Gute zum Jubiläum, dankt für die vielen inhaltsreichen Kulturveranstaltungen, Vorträge und kleinen Konzerte und ermunterte den Verein mit seiner engagierten Vorsitzenden Liane Labuhn zum Weitermachen. Die Vertriebenen und Spätaussiedler haben uns auch heute noch etwas zu sagen, wie man nicht zuletzt heute in den Diskussionen bei Flucht und Vertreibung, zum Ukrainekrieg sieht.

Ausstellung Porzellanland Sachsen © SMI/Baumann

Porzellanland Schlesien? Ja, Schlesien hatte einst die größten Porzellanfabriken im Deutschen Reich. Der Markt für schlesisches Porzellan reichte auch bis in die USA. Eine Ausstellung, die sich lohnt und auch viele Möglichkeiten aufzeigt, was man mit Porzellan in Szene setzen kann. Patriotische Ausuferungen, Porzellan für Herrenzimmer und Zigarrenraucher, Porzellantassen für Bartträger, Porzellan für Jubiläen (wer würde sich heute noch über solche Geschenke freuen?), Porzellan für die besonderen Anlässe derer, die Bürgertum waren oder sein wollten. Tischkultur, die den Anlass hervorhebt, die speisen statt nur essen lässt, die Gespräche wie von selbst lenkt. Wenn sich zum Porzellan die (Stoff-)Serviette anstelle der Küchenrolle gesellt, die Vase mit Blumen den Tisch schmückt, das richtige Glas zum richtigen Getränk passt. Auf dem Tisch mit seiner Anwesenheit ein besonderes Flair entfaltet, dann rückt die Tischgesellschaft in den Vordergrund, nicht allein das Essen. Plötzlich geht man nicht mehr auf‘s Klo, sondern auf die Toilette, weil die auch das Erfrischen, das Richten der Sachen meint. Ist das altmodisch oder ist Kultur am Tisch, Verbindlichkeit im Umgang untereinander nicht ein Anfang für: DAS macht man nicht (wer kennt das nicht noch von seinen Eltern), ein Anfang für Stil? Der kommt uns nämlich abhanden im Umgang miteinander. Auch deshalb: mal eine Stunde ins Museum, und sei es das Schlesische.

Herr Zempe bekommt von Ministerpräsident Michael Kretschmer das Bundesverdienstkreuz überreicht © SMI/Baumann

Die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland wurde heute an Herrn Friedrich Zempel für sein langjähriges und fortdauerndes Engagement für Vertriebene und Spätaussiedler sowie den deutsch-polnischen Jugendaustausch verliehen. Dies freut dem Beauftragten Dr. Baumann umsomehr, da die Vertriebenen und Spätaussiedler nunmehr nach Frau Rick, Herrn Unfried, Herrn Weihe und kürzlich Frau und Herrn Kraus (Sächsischer Verdienstorden) wiederum erfahren, wie wichtig dieses Thema der Erinnerung und Bewahrung unseres grenzüberschreitenden Erbes ist und welche Rolle der Staat dem zumisst. Viele Familien haben Wurzeln nach Südosteuropa. Unser Land würde anders aussehen, wenn nicht auch diese Erfahrungen beim Aufbau und dem gesellschaftlichen Miteinander eingeflossen wären bzw. auch heute einfließen. Glückwunsch, an alle Geehrten, mit besonderem Glückwunsch an Herrn Zempel - auf ein Weiter so! Und danke an alle, die ebenso mitwirken. Es ist sicher zugleich auch eine Anerkennung für diesen gesellschaftlichen Bereich.

Jurysitzung zum ZukunftErbe-Preis

Am Dienstag fad die Jurysitzung zum mit 3.000,00 EUR dotierten ZukunftErbe-Preises statt. Diesen verleiht seit 2020 jährlich die Stiftung Erinnerung Begegnung Integration - Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen unter Vorsitz von Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll. Heute wurden die zahlreichen Einreichungen, auch aus unseren Nachbarländern, ausführlich besprochen. Gegen 19:00 Uhr stand dann der diesjährige Preisträger fest. Die Verleihung findet am 11. September, dem diesjährigen Sächsischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung in Knappenrode statt. Bleiben Sie neugierig.

Am 3. Juli 2022 feierte der Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler sein nunmehr 10. Chöretreffen in der St.-Johannes-Kirche in Reichenbach/OL. Stimmig organisiert von Frau Florian, begrüßt durch die Bürgermeisterin Frau Dittrich, den Landesvorsitzenden Frank Hirche und stilvoll durch den gesamten Tag moderiert von Liane Labuhn. Eingestimmt wurde der Tag von sechs Vikaren, die gemeinsam mit Herrn Pfarrer Wiesener und Frau Generalsuperintendentin Rinecker, einen sehr ansprechenden Gottesdienst zur Heimat gestalteten. Um Heimat ging es auch Daniel Wendorf, Stipendiat der Stiftung „Erinnerung Begegnung Integration“, der zu seinem Dissertationsthema »Flüchtlinge und Vertriebene in Dresden 1945 bis 1952« sprach. Auch auf dem Kirchplatz herrschte reges Treiben bei vielfältigen Gesprächen. Es sangen, in wirklich toller Qualität, die Chöre aus Krappitz und Waldenburg in Polen, von den Spätaussiedlern der Jugendchor Sonnenschein, der Chor Lipa (beide aus Leipzig) sowie der Chor Silberklang (Dresden), wie auch der Chor des BdV Kreisverbandes Dresden. Im Grußwort  des Beauftragten Dr. Baumann erinnerte er an die vielfältigen wirklichen, wie auch hausgemachten Konflikte, die unseren Zusammenhalt gefährden. Indem wir Meinung nicht mehr als etwas sehen, was wir uns erarbeitet haben, sondern davon ableiten was wir sind (alter weißer Mann, Person of Color, Migrant, Flüchtling, feministische Frau usw. usf.), fangen wir an, jede andere Ansicht als persönlichen Angriff zu nehmen und grenzen aus. Doch spätestens seit dem Krieg in der Ukraine sehen wir, dass es keine unumstößlichen Wahrheiten gibt. Gewissheiten sind innerhalb von Augenblicken zu ändern. Und so ist es dann auch bei anderen Themen: lassen wir in unseren Herzen immer auch eine Tür offen für eine andere Sichtweise, die Wahrheit ist ein Ganzes aus vielen Teilen. Und wie wird es weitergehen? Bereits am Samstag ging der Landesvorstand in Klausur, um über drei Regionalverbände und einen Satzungsentwurf zu beraten, um Vereinen ein Dach zu bieten, Vorstände zu entlasten und Verwaltungsarbeit zu konzentrieren. Bezüglich der Chöretreffen teilt Dr. Baumann mit anderen die Meinung, 10 Jahre nicht als Schluss sondern als Ansporn zu nehmen. Ein jährliches trinationales Chöretreffen mit Teilnehmern aus der Region, ein Kulturtag, die zahlreichen Teilnehmer, das Erneuern von Freundschaften, Einladungen und Gegeneinladung zeigen, wie wichtig den Menschen solche Begegnungstage sind.

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10. Binationales Chöretreffen
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10. Binationales Chöretreffen
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10. Binationales Chöretreffen
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10. Binationales Chöretreffen
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10. Binationales Chöretreffen
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10. Binationales Chöretreffen
Arbeitsgespräch mit Judit Šołćina, Geschäftsführerin der Domowina

Am 29. Juni hatte der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler ein anregendes Arbeitsgespräch bei Judit Šołćina, Geschäftsführerin der Domowina. Insbesondere ging es um das Programm zur Förderung der Zweisprachigkeit in den Kommunen des Sorbischen Siedlungsgebietes. Dr. Baumann erlebte hier eine große Vielfalt an Ideen; auch das geförderte Servicebüro in Hoyerswerda wirkt aktiv mit und erfährt viel Resonanz. Die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Sorbenbeauftragten in den Kommunen, ausdrücklich auch in den beiden Landkreisen Bautzen und Görlitz, sind hier ein wichtiger Partner. Nicht zuletzt kam man natürlich auf die gegenwärtig laufende Europeada (Fussballeuropameisterschaft der Minderheiten) im Kärnten mit 23 Teams zu sprechen. die Sorbische Mannschaft hat den Einzug ins Halbfinale geschafft, ein schöner Erfolg.

Am Samstag fand in Dippoldiswalde der Aussiedlertag der evangelisch-lutherischen Landeskirche statt. Landesbischof Tobias Bilz hielt die Predigt und über 400 Spätaussiedler kamen zum Gottesdienst. Eine Ausstellungseröffnung, Begegnungen auf dem Markt, Stadtführungen (tolles Engagement auch der Stadt und Kirchgemeinde) sowie einem literarisch-musikalischen Programm, ua mit dem Jugendchor Sonnenschein aus Leipzig standen auf dem Programm. Der Tag zeugt von Gemeinschaft, Gemeinsamkeit, Willkommen und schafft Austausch. Zur Ausstellung »Heimatwechsel. Sachsen und Russland. Deutsche aus Russland in Sachsen«  konnte unser Beauftragter einführen. Heimatwechsel impliziert: Heimat heißt, anderen eine Chance zu geben. Mir war es wichtig zu zeigen, wie vielfältig die Kontakte und wirtschaftlich-kultureller Austausch waren. Die Aussiedler haben Anspruch auf die drei A: Achtung, Anerkennung, Auskommen. Und wenn wir an Gott glauben, dann sind alle Menschen gleich geboren. Das deutsche Volk profitierte davon, dass es nicht von allen anderen Völkern auf Ewigkeit verdammt wurde - dies gilt dann auch für andere. Der Krieg, den Russland vom Zaun brach, kann nur verurteilt werden, aber er darf kein Volk verdammen. Die Grenze zwischen Gut und Böse geht durch das Herz - unseres. Wir können immer selbst entscheiden.

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(© SMI/BVS)
Aussiedlertag
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Aussiedlertag
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Aussiedlertag
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Aussiedlertag
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Aussiedlertag
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(© SMI/BVS)
Aussiedlertag

Berührende Stunden heute in Görlitz. Lauren Leiderman und Daniel Breutmann, Kulturbüro Görlitz (eine private Initiative), organisierten nun schon zum wiederholten Male die Verlegung von Stolpersteinen in der Stadt. Bisher gab es dort 37, so Oberbürgermeister Octavian Ursu in seiner Ansprache. Besonders beeindruckend waren die vielen Gäste, auch aus dem Ausland, die an diesem Tage mit dabei sein wollten, wenn die Namen ihrer Vorfahren, die aus Görlitz vertrieben wurden, fliehen mussten oder von hier in die Konzentrationslager kamen, wieder vor ihre damaligen Häuser oder Wohnungen kamen. Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler hat diese Aktion wie schon im letzten Jahr gern unterstützt, denn Kultur zu pflegen und zu bewahren heißt auch, an die Geschichte zu erinnern. Die jüdischen Mitbürger aus Görlitz waren eben auch Einwohner Schlesiens, und hatten als Deutsche unter Deutschen hier ihre Heimat, die sie mitgestalteten. In seinen einführenden Worten erinnerte Dr. Jens Baumann daran, dass Wegschauen, Zusehen, Anfeuern die Vorstufen zum Durchführen sind - dies gilt immer, Zivilcourage ist immer gefragt. Das dürfen wir als Deutsche niemals vergessen. Die Stolpersteine sind eine gute Möglichkeit, uns kleine Steine selbst in den Weg zulegen, damit wir innehalten, erinnern, und alle Seiten der Geschichte in den Blick nehmen. Und die Entrechteten zurück in unsere Gesellschaft holen.

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Festveranstaltung Stolpersteine Görlitz
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Festveranstaltung Stolpersteine Görlitz
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Festveranstaltung Stolpersteine Görlitz
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Festveranstaltung Stolpersteine Görlitz
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Festveranstaltung Stolpersteine Görlitz
Eröffnungsveranstaltung »Wolfskinder« in Groitzsch

Die Ausstellung über Wolfskinder und sächsische Bezüge stößt auf breites Interesse. Dies ist insbensondere an Schulen der Fall. Daher konnte der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler sie heute am Wiprecht-Gymnasium in Groitzsch gemeinsam mit der Schulleiterin Frau Conrad eröffnen. Organisiert hatten dies die Geschichtslehrer des Gymnasiums - herzlichen Dank. Ebenso einen herzlichen Dank für das Interesse der Schüler und die Gespräche hinterher. Ab den Sommerferien sind weitere Ausstellungsorte gesucht. Mehr Informationen zu Inhalt wie auch anderen Ausstellungen gibt es auf diesem Portal.

Landesverbandstag in Leipzig

Am 15. Mai 2022 fand der Landesverbandstag der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen. In diesem Jahr traf man sich dazu im Haus der Demokratie in Leipzig. Der Landesvorsitzende Frank Hirche legte Rechenschaft über ein trotz der Pandemie an Veranstaltungen reichhaltiges Jahr ab. Die Delegierten der einzelnen Mitgliedsverbände einigten sich auf die Intensivierung der bildungspolitischen Arbeit, die weitere Unterstützung der Integration von Spätaussiedlern sowie der grenzüberschreitenden Arbeit und dem Zusammenwirken mit der Deutschen Minderheit in unseren Nachbarländern. Nicht zuletzt wurde über eine Satzungsänderung der Weg für die Straffung der organisatorischen Arbeit geebnet. Zukünftig sollen in drei Regionalverbänden die einzelnen Gruppen aufgehen und damit langfristige Stabilität erreicht werden. Solch ein lebhafter Gedankenaustausch zeigt, dass der Verband lebt und sich aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligt. Am 3. Juli steht als nächstes das 10. Chöretreffen in Reichenbach/OL. mit Chören aus Sachsen und Polen an.

Besuch Geburtshaus des Generals der Infanterie Friedrich Olbricht

In der kulturaffinen sächsischen Stadt Leisnig an der Mulde (bekannt sicherlich auch die Burg Mildenstein) steht das Geburtshaus des Generals der Infanterie Friedrich Olbricht (4. Oktober 1888), der maßgeblich am Attentat 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler beteiligt war und in der Nacht vom 20./21. Juli 1944 erschossen wurde. Er ist ein Vorbild wertegeleiteten Handelns und des Widerstandes. Unser Beauftragter für Vertrieben und Spätaussidler tauschte sich heute mit dem Leisniger Bürgermeister Tobias Goth, Bauamt, Ordnungsamt sowie Denkmalschutz und der Baubehörde des Landratsamtes als auch Vertretern des rührigen Geschichtsvereins darüber aus, wie man dieses Haus als Symbolort von Widerstand gegen Diktaturen aufstellen kann (Ausstellungen, Foren, Begegnungen uam. ).Mit dem Tagungsband »Für Freiheit, Recht, Zivilcourage. Der 20. Juli 1944«, der den Auftakt der Reihe »Widerstand im Widerstreit« bildete (in Kürze wird Band 3 »Das Widerständigkeit Wort - Christliche Autoren gegen das Dritte Reich« von Prof. Dr. Gerhard Ringshausen erscheinen) haben wir dieses Thema in den Blick genommen. Sachsen hatte mit Olbricht und Oster aber auch viele zivile aufrechte Menschen mit starken Bezügen zum Widerstand, die wir unter anderem auch zweijährig in Kreisau unter dem Thema »Die Verantwortung des Wissenschaftler in Diktaturen« in einem deutsch-polnischen Begabtenseminar für Schüler diskutieren. In der heutigen Zeit ein wichtiges Thema. Vielleicht gelingt es, in Leisnig dies gemeinsam an historischer Stelle zu verorten.

Vorstand Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Sachsen

An diesem Samstag fand die Neuwahl des Vorstandes Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Sachsen statt. Gemeinsam mit Oberst Klaus Finck und Prof. Dr. Ullrich Fröschle (die beiden Herren in Blickrichtung ganz rechts im Bild) ist Herr Dr. Jens Baumann nun stellvertretender Landesvorsitzender der wiedergewählten Vorsitzenden Andrea Dombois (Landtagsvizepräsidentin). Dr. Baumann: »Ich denke, Vertriebene und der Volksbund haben gute Schnittmengen und wichtige Anliegen, die wir engagiert vertreten müssen. Vermittlung, Bildung, ehrenvolle Gedenkorte und -tage sowie tatkräftiger Einsatz vor Ort für ein menschliches Gedenken sind Aufgaben von Bestand; unsere heutige Zeit dies auf dramatische Weise.«

Stiftungsratssitzung der Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz

An diesem Tag fand die Stiftungsratssitzung der Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz. Über den Bereich unseres Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler kann diesmal eine zweigeteilte Ausstellung unter dem Arbeitstitel „Porzellanland Schlesien“ gefördert werden. Anfang Juli wird der erste Teil eröffnet. Das Schlesische Museum hat die größte und auch inhaltlich bedeutende Sammlung schlesischen Porzellans. Auch sonst - Görlitz Zgorzelec Schlesisches Museum: immer eine Reise wert! Seit heute darf sich Herr Dr. Baumm nicht mehr nur als Vertreter sondern als ordentliches Mitglied im Stiftungsrat für das Sächsische Staatsministerium des Innern mitwirken.

Gruppenbild im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin

Gemeinsam mit der Stiftung Erinnerung Begegnung Integration und den Kuratoren der Ausstellung Transferraum Heimat besuchte unser Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin. Im außerschulischen Bildungs- und Begegnungszentrum im Knappenrode behandeln wir die Themen Heimat, Weimarer Republik, Zeit des Nationalsozialismus, Flucht und Vertreibung, Aufnahme und Integration in Ost und West sowie heutige Flüchtlingsströme. Man tauschtee sich über die Aufbereitung in Berlin aus und diskutierte den Konzeptentwurf, Ideen für Ausstellungsobjekte, Gestaltungselemente und natürlich den Zeitplan. Ziel ist es, Knappenrode zum Sächsischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung am 10. September 2023 endgültig zu eröffnen - ein Projekt, welches Lust macht! Wir freuen uns, dass wir den Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beraterkreises der Berliner Stiftung, Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, für dieses Projekt gewinnen konnten, der sachkundig in Berlin durch die Ausstellung führte.

Besuch der KARR

Heute hatte unser Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler unter anderem einen sehr anregenden und interessanten Termin mit Hubert Papaj, der die KARR (Karkonoska Agencja Rozwoju Regionalnego) in Hirschberg/Jelenia Gora leitet. Diese ist stark in Interreg-Projekten engagiert. Man besprach mögliche Ausstellungen, ein anstehendes Forum mit Podiumsdiskussionen und nicht zuletzt mögliche Präsentationen im Rahmen der Niederschlesischen Woche in Dresden. Ebenso konnte Herr Dr. Baumann mit Józef Zaprucki von der Riesengebirgshochschule (Germanist und für Auslandskontakte zuständig) zu weiteren Möglichkeiten der Zusammenarbeit sprechen; diese ist bereits in den zweijährigen Literaturpreis Riesengebirge eingebunden. Zurück am Schreibtisch muss das dann alles in den nächsten Wochen eingetaktet werden. 

Eröffnung der Ausstellung Jozef Gielniak

Im Riesengebirgsmuseum in Hirschberg/Jelenia Gora fand die Ausstellungseröffnung des viel zu früh verstorben Graphikers Jozef Gielniak, der in Schmiedeberg/Kowary lebte. Zahlreiche Gäste aus Politik und Kultur nahmen teil und man merkte das Aufatmen nach der Pandemie. Die engagierte Museumsdirektorin Julita Zaprucka, mit der wir über Projekte vielfältig verbunden sind, ehrte unter anderem junge Schüler, die sich an einem Wettbewerb zur Gestaltung der Werbeplakate beteiligt hatten. Eine schöne Idee, das Interesse an Kunst aktiv zu befördern. Auch der ZVON (Verkehrsverbund) war zugegen, der mit verschiedenen polnischen Einrichtungen Vereinbarungen traf, so dass man mit Tickets des ZVON ermäßigten Eintritt erlangt. Dies wird unsere nachbarschaftlichen Verbindungen stärken und hilft beiden Seiten.

Willkommenskonzert

Willkommenskonzert für Flüchtlinge aus der Ukraine und natürlich auch für alle diejenigen, die wir willkommen heißen. Die Spätaussiedler haben damit schon vielfältig unterstützt: Busbrücke mit Dolmetschern, Spendensammlungen, Anlaufstellen mit Dolmetscherleistungen und Behördenbegleitung in Chemnitz, Dresden, Hoyerswerda und Leipzig. Heute nun das Konzert. Willkommen ist mehr als nur Essen und Unterkommen; Willkommen ist Gemeinschaft anbieten. Unserem Beauftragten fällt bei diesem Wort immer ein Buch ein: »Zur Gemeinschaft gerufen«.  Kirche hat auch heute noch einen Auftrag. In seeinem kleinen Grußwort hieß er nicht nur willkommen, dankte nicht nur für die vielfältigen Hilfen aller sondern lenkte auch den Blick voraus. Aufbau dauert länger als Krieg, von dem was in den Menschen verletzt wurde ganz zu schweigen. Wir müssen unsere Herzen und Hände auch für das Danach offen halten. Auch dann braucht die Ukraine unsere Hilfe. Auch deshalb sollte unsere Bundesregierung die vielen vielen Helfer Freiwilligen Geber ermutigen. Angst vor der Zukunft schwächt. Zuversicht - Hoffnung - Glauben an sich - Mut: das haben die Ukrainer und das steht uns auch gut zu Gesicht.

Dr. Jens Baumann in Johannisburg

Zu Beginn der Woche weilte unser Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler zu verschiedenen Terminen in der Tschechischen Republik.

Sonntag, 3. April 2022:
Übernahme des Sammlungsgutes der Kreisgruppe Johannisburg. 
Johannisburg war ein ehemaliger Kreis im südöstlichen Ostpreußen, damals größtes zusammenhängendes Waldgebiet Preußens. Das Kulturgut (u. a. zwei Pflüge; weiteres landwirtschaftliches Gerät, Bienenhaus, präparierter großer Hechtkopf, großes Elchgeweih, Leiterwagen, mehrere Bilder, Spinnrad) spiegelt vor allem das Landleben und die wirtschaftlichen Grundlagen wider. Es ist daher eine sehr gute Ergänzung zur kürzlich erfolgten Übernahme der Prussiasammlung, die u. a. das intellektuelle Leben in Königsberg thematisiert. Unsere Stiftung „Erinnerung Begegnung Integration“ hat damit bisher einen sehenswerten Bestand aus Schlesien und Ostpreußen.
Reisen bildet: das Landschaftsmuseum Unewatt zeigt Landschaft und Kultur in historischer Perspektive, wobei hier durch Wohnsituationen (alter Vierseithof), Wirtschaft (Räucherei, landwirtschaftliches Gerät) ein schönes Museumsdorf entstanden ist; sicher eine Anregung für das gesamte Gelände der ehemaligen Energiefabrik Knappenrode, welches wir mitgestalten. Hier wäre noch viel Luft nach oben, wenn wir insgesamt an das Thema Heimat - Bergbau - Umsiedlungen - Landschaftsumbau denken.

Dienstag, 4. April 2022:
Heute startete unter Leitung von Galina Zerr und Alexander Schulz in Chemnitz der Deutschunterricht für ukrainische Flüchtlinge, den der Dachverband der sächsischen Spätaussiedler und die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Landesverband Sachsen (Danke an Florian Braun und Manfred Hellmund) für Leipzig, Dresden und Chemnitz organisieren. Ich habe dazu Anlaufstellen für erst mal ein halbes Jahr gefördert. Viel Erfolg beim Lernen und beim Miteinander in unserem schönen Land

Mittwoch, 5. April 2022:
Begeisternde Ausstellung „Unsere Deutschen“ in Aussig/Usti nad Labem. Inhaltlich wie auch in der Inszenierung. Wir erleben die Besiedlung, die wirtschaftlich-geistige Blüte, das Miteinander und Differenzen, Versuche der Annäherung (Badeni-Krise) wie auch dann den Absturz. Dies ist keine Ausstellung, die einen mit Texten erschlägt, sondern man bummelt durch Cafés und schaut Brod Kafka Kisch zu; man erlebt eine zweisprachige Abgeordnetenversammlung der 20er Jahre, gerät nach Theresienstadt (der Raum verengt sich und man spürt: du kannst nicht mehr weg), sieht neben deutschen Verbrechen auch deutschen Widerstand und dann den letzten Zug, der die letzten ausgewiesenen Deutschen außer Landes brachte und und und: selbst besuchen. Auch für Schüler und junge Menschen! Mögen die Bilder einen kleinen Eindruck vermitteln. Hauptzweck war natürlich der Austausch mit dem Museumsdirektor V. Houfek und dem Historiker T. Okura. Insbesondere wäre es es ein Anliegen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf meinem Gebiet, die ja ganz hervorragend mit den Woiwodschaften Niederschlesien und Oppoln funktioniert, auch mit unserem tschechischen Nachbarn zu intensivieren; Die Partnerschaften Auerbach/Svoboda nad Upou, das Auswanderermuseum Nahlov, die Ausstellung im SMI „Das verschwundene Sudetenland“ sind schöne Ansatzpunkte. Unsere Gedanken kreisten um Konferenzen, Publikationen, Schülerexkursionen, Partnerschaften. Gemeinsam lässt sich nicht nur Geschichte aufarbeiten sondern Zukunft gestalten.

Ausstellung „Das verschwundene Sudetenland“ im SMI © SMI/PÖ

Krieg - Flucht - Vertreibung prägen nicht nur die Menschen ein Leben lang, sondern ebenso die Landschaft; ja sie können sie nachhaltig verändern, wenn man sie ausradieren will. "Geschichte schreibt man mit Bleistift und Radiergummi", so ein Bonmot. Das verschwundene Dörfer im deutsch-tschechischen Grenzland nicht aus der Geschichte verschwunden sind, ist auch der Gruppe Antikomplex um Michal Urban zu verdanken, mit dem unser Beauftragter für Vertribene und Spätaussiedler heute im SMI die zweisprachige Ausstellung »Das verschwundene Sudetenland« aufbaute und quasi eröffnete. Aufgrund von Corona vorerst nur für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Ministerien. Weitere Ausstellungsorte in Sachsen sind herzlich willkommen. Bei Interesse können Sie unter www.bvs.sachsen.de bei Herrn Dr. Baumann nachfragen.

Gruppenfoto Besuch in Oppeln

Witamy na Górnym Śląsku! Heute war unser Beauftragter für Vertrieben und Spätaussiedler mit den Teilnehmern der Delegationsreise der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag  nach Oppeln zu einem zweitägigen Aufenthalt eingetroffen. Erster Termin war die Begegnung mit aus der Ukraine geflüchteten Frauen und Kindern, die im Eichendorffzentrum in Lubowitz Zuflucht gefunden haben, nebst Übergabe von Sachspenden. Für dieses Zentrum hatten die Vertriebenen und Spätaussiedler in Sachsen mit Hilfe von Fördermitteln über den BVS letzte Woche 3.000,00 € überwiesen - angesichts der heutigen Gespräche mit den ukrainischen Frauen und mit der Deutschen Minderheit, die dies aus rein privaten Mitteln bestreitet, ein nur kleinerer Tropfen. Auch die Frauen fragten: was wird wenn das Geld nicht mehr reicht, was machen wir dann? Weiteres Engagement ist notwendig. Herr Dr. Baumann will versuchen, Gründonnerstagabend zu Karfreitag hier noch mal herzufahren und das Osterfest zu bereichern. Es gibt hier viele Kinder und Kleinkinder, die Unterstützung brauchen. Die Frauen berichteten von ihrer Flucht; auch nicht jeder in der Ukraine sieht das positiv. Eine der Frauen ist Witwe mit drei Kindern und kommt aus Mariupol: wohin wird sie überhaupt zurückkehren können? Die Aufgabe der westlichen Welt endet nicht mit Ende des Krieges. Auch deshalb war „Auf Wiedersehen“ keine Floskel sondern Hoffnung und Auftrag - alle die hier sind, wollen wieder in ihre Heimat, warten jeden Morgen auf die Nachricht des Ehemanns, das er noch lebt. Bei der Frage was sich die Flüchtlinge wünschen kam: „Das Schlimmste sind die Flüge. Schließen Sie den Himmel“ Nach solchen Gesprächen schätzt man das was man hat doppelt. Und unsere Probleme erscheinen winzig.

Am zweiten Tag gab es zuächst ein Gespräch im Marschallamt mit der Vizemarschallin Zuzanna Donath-Kasiura und Sejmikpräsidenten Rafal Bartek. Insbesondere wurde die Unterstützung der ukrainischen Flüchtlinge durch die Bevölkerung und die Maßnahmen des Staates thematisiert. Es ist beeindruckend, wie engagiert die polnische Bevölkerung ist. Wie schon bzgl. des Eichendorffzentrums geschrieb, und ja auch bei uns der Fall ist, braucht es dazu aber staatliche Hilfe. Ebenso interessant war auch die Frage der demographischen Situation. Danach ging es zum Treffen der Delegation mit den Vertretern der deutschen Minderheit und den Schulleitern der Schulen an denen Deutsch als Minderheitensprache unterrichtet wird. Thema des Gesprächs war die aktuelle Reduzierung der Deutschstunden und die damit verbundene Diskriminierung der Kinder der deutschen Minderheit; für die anderen Minderheiten gibt es diese Reduzierung nicht. Hier ist ein Umdenken notwendig, bevor es z. B. zu Entlassungen kommt, sowie sicherlich auch privates Engagement und Hilfe durch Förderung. Sprache ist das A und O für eine Minderheit. Und Minderheiten sind ein Mehrwert für die Gesellschaft. Unser Beauftragter wird daran bei der Projektförderung besonders denken und dies auch in unserer Stiftung Erinnerung Begegnung Integration besprechen. 

Weitere Impressionen bekommen Sie unter den folgenden Links:

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Bildschirmfoto der Website der Kulturstiftung deutscher Vertriebener mit einem Beitrag zur Fachtagung

Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen, die Technische Universität Chemnitz und die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen laden vom 24. bis 26. März zu einer Literatur-Fachtagung ein.

80 Jahre nach ihrer Deportation unter Josef Stalin steht das literarische Schaffen der Wolgadeutschen sowie ihrer Nachfahren in der späten Sowjetunion und in der »Berliner Republik« im Fokus einer gemeisamen Fachtagung. Zu hören sind Vorträge ausgewiesener, teilweise ebenfalls literarisch aktiver Expertinnen und Experten sowie von jungen Forschenden. Abgerundet wird die Veranstaltung durch eine Autorinnenlesung am Freitagabend.

Vor Ort anwesend sind nur die Veranstalter, Referenten sowie geladene Journalisten. Interessierte können der Tagung über den von der Kulturstiftung angebotenen Live-Stream folgen.

Eröffnung Wanderausstellung »Wolfskinder in Sachsen« in Wurzen

Am Dienstag konnte unser Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler die Wanderausstellung »Wolfskinder in Sachsen« nunmehr im Beruflichen Schulzentrum Wurzen im Beisein von Muldental TV eröffnen. Ein Dank gilt an die engagierte Lehrerin Gabriele Hertel, die Schulleitung und die Schüler, die dieses Thema innerhalb eines Projektes bearbeiten. Eine Projektgruppe wird dann auch Mitte Mai in Litauen sein und dort Interviews führen; litauische Schüler besuchen, danach im Herbst Wurzen und arbeiten über die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen ausarbeiten. Dr. Jens Baumann führte kurz zum Thema ein und regte an, ggf über die Projektarbeit in Litauen diese Ausstellung auf dortige Zeitzeugen auszuweiten, zwei drei Rollups zur Geschichte der Wolfskinder in Litauen zu erarbeiten und die Broschüre damit zu erweitern. Dann auch gern mit Übersetzung ins Litauische. Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler würde dies selbstverständlich finanziell fördern. Der Schutz von Kindern ist und bleibt eine aktuelle und dringende Aufgabe in diesen Zeiten.

Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler hat am 17. März 2022 an einem Fachaustausch zu zivilgesellschaftlichen Aktivitäten in der Ukraine-Krise teilgenommen, zuj dem das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt eingeladen hatte. Die Vernetzung und der Austausch sind wichtig, auch um Dopplungen zu vermeiden und zielorientiert schnell zu helfen.

Gespräch mit Kultusminister Christian Piwarz

Ein schöner Gesprächstermin heute beim sächsischen Staatsminister für Kultus Christian Piwarz. Insbesondere trug ich zum Stand der außerschulischen Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat in Knappenrode vor, wo wir auch die Voraussetzungen für den Status eines außerschulischen Lernortes erreichen wollen. Der Krieg von Russland gegen die Ukraine, da waren wir uns leider schnell einig, zeigt auf furchtbare Art und Weise, wie schnell auch heute Menschen von Flucht und Heimatverlust bedroht sein können. Von daher ist der „Transferraum Heimat“ gut geeignet, die Themen Wert der Heimat, Ursachen (dh auch Verhinderung) und Auswirkungen von Krieg, Flucht und Vertreibung sowie Aufnahme, Integration wie auch gelingende Rückkehr in einem breiten Kontext mit modernen Medien zu erzählen und die Besucher auch selbst zu interagieren zu lassen. Es ist gut, wenn wir mit dem Kultusministerium einen wichtigen und kritischen Begleiter haben. Auch die Bedeutung von Zeitzeugengesprächen und muttersprachlichem Unterricht im Kontext von Minderheitenbelangen sind Themen mit aktuellem Bezug.

Tag der Muttersprache © SMI/PÖ

Im Jahr 2000 wurde der erstmals der 21. Februar als internationaler Tag der Muttersprache von der UNESCO ausgerufen. Ziel ist die "Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit". Mir ist das ein wichtiges Datum. Zum einen betreue ich im Freistaat ein Programm zur Förderung der Zweisprachigkeit in den Kommunen im sorbischen Siedlungsgebiet, zum anderen haben die Vertriebenen und Spätaussiedler, die ebenso zu meinem Aufgabenbereich gehören, auch einen unglaublichen Sprachschatz, den es zu bewahren und zu vererben gilt. Wobei Erbe auch angenommen werden muss. Gerade sind wir dabei, eine Publikation „Klang der Heimat“ vorzubereiten, im Bild ein Blick ins gegenwärtige Inhaltsverzeichnis. Sprache ist Identität; sie vermittelt Bildung und Kultur. Bei zwischen 6000 und 7000 Sprachen weltweit, davon sicherlich über die Hälfte vom Aussterben bedroht (der Minderheitenforscher Christoph Pan schrieb wohl einmal, dass zum Eigenerhalt über 300.000 Sprecher notwendig wären), haben wir ein reiches Erbe. Es zeigt die Vielfalt des Menschen. Und daher müssen Minderheiten, ob in Ost oder West, Süd oder Nord, in dem Erhalt ihrer Sprache geschützt und gefördert (dies fängt mit eigenem Sprachunterricht in der Schule an) werden. Wenn dann - wie bspw in Schleswig-Holstein oder eben in Sachsen - die Sprache der dänischen respektive der sorbischen Minderheit auch von Kindern außerhalb dieser Minderheiten gelernt wird … ist das der richtige Weg. Sprache ist ein Weg des Miteinanders.

Am 18. Februar trafen sich die Aussiedlerbeauftragten / Vertriebenenbeauftragten der Länder mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten Prof. Dr. Bernd B. Fabritius in einer Videokonferenz. Themen waren die Situation der Deutschen Minderheit in Polen (hier stehen wegen Stundenreduzierung bei der Deutschen Minderheit Lehrerentlassungen bis hin zu Schulschließungen in Rede), der im letzten Jahr beschlossene Härtefallfond und die Aussiedleraufnahme insgesamt.

Dr. Jens Baumann zusammen mit Christian Piwarz und Andrea Dombois © SMI

Vor 77 Jahren versank meine Heimatstadt Dresden in Schutt und Asche, zehntausende Menschen starben. Der Tod machte keinen Unterschied zwischen Tätern Opfern Flüchtlingen Zwangsarbeitern oder nationalen Zugehörigkeiten usf. Würdevoll organisiert wie jedes Jahr am 13. Februar auf dem Nordfriedhof vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Sachsen, im Bild die Vorsitzende Frau Vizepräsidentin des Sächsischen Landtags Andrea Dombois neben Kultusminister Christian Piwarz, gedachten wir aller Opfer des deutschen Vernichtungskrieges. Der Krieg endet meist dort, wo er seinen Anfang nahm und wütet oftmals unter der Zivilbevölkerung. Mahnung Versöhnung Gemeinschaft - das kann allein die Überlegung heute sein. Krieg ist nicht nur die falsche Alternative, Krieg ist falsch und lässt den Menschen das Menschsein vergessen.

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(© SMI)
Ausstellungseröffnung „Auf den Spuren der Napoleonischen Kampagne in Boleslawiec“
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Ausstellungseröffnung „Auf den Spuren der Napoleonischen Kampagne in Boleslawiec“
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Ausstellungseröffnung „Auf den Spuren der Napoleonischen Kampagne in Boleslawiec“
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Ausstellungseröffnung „Auf den Spuren der Napoleonischen Kampagne in Boleslawiec“
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Ausstellungseröffnung „Auf den Spuren der Napoleonischen Kampagne in Boleslawiec“
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Ausstellungseröffnung „Auf den Spuren der Napoleonischen Kampagne in Boleslawiec“
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Ausstellungseröffnung „Auf den Spuren der Napoleonischen Kampagne in Boleslawiec“

Am 11. Februar wurde die Ausstellung „Auf den Spuren der Napoleonischen Kampagne in Boleslawiec“ im Rahmen einer Kooperation unter anderem mit dem Sächsischen Landesamt für Archäologie und den Städtischen Museen Zittau des Interreg-Projektes „1000 Jahre Oberlausitz - Menschen Burgen Städte“ eröffnet. Für die Stiftung Erinnerung Begegnung Integration war es der erste grenzüberschreitende Austausch von Sammlungsobjekten (Schlacht an der Katzbach). Gemeinsam mit der Museumsdirektorin Anna Bobr-Tubaj des Keramikmuseums Bunzlau, dem Leiter des Begegnungszentrums Transferraum Heimat Frank Hirche sowie Frau Köhler und Frau Kutschera vom Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund, die eine gelungene literarische Umrahmung der Zeit gaben, fand die Veranstaltung statt. In meinem Grußwort und einem kleinen Interview für das Regionalfernsehen ging ich auf die gute Zusammenarbeit ein, die eigentlich ja schon eine Selbstverständlichkeit ist: oftmals sind doch die Bürger schon viel weiter als die sogenannte große Politik. Wir nutzten gleich die Gelegenheit, um mit dem Keramikmuseum über eine Sonderausstellung in Hoyerswerda zu sprechen.

Besuch der Domowina – Dr. Jens Baumann, Dawid Statnik und Judith Scholze (v. l.) © Domonwina

Am 8. Februar folgte der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler der Einladung der Domowina nach Bautzen in das Serbski dom; Haus der Sorben. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden, Dawid Statnik, der neuen Geschäftsführerin Judith Scholze tauschte man sich zum Stand der Möglichkeiten der Förderung der Zweisprachigkeit in den Kommunen und den bisherigen Erfahrungen und dem Leistungsumfang des Servicesbüros in Hoyerswerda; auch blieb Zeit für die Mühen der Ebene wie Abrechnung und Neuantrag aus. Gerade der Blick auf das sogenannte KleinKlein und die vielen Aufgaben und Anfragen (es hat mich persönlich sehr gefreut, wie gut das Förderangebot durch die Kommunen angenommen und damit die sorbische Sprache in den Lebensalltag immer intensiver integriert wird), die das Servicebüro mit minimaler Besetzung erfüllt, ist wichtig, um für die Gespräche zum zukünftigen Doppelhaushalt gewappnet zu sein. Der Sächsische Landtag und die Staatsregierung haben mit diesem Programm sicher einen Maßstab gesetzt, der auch anderswo beispielgebend sein könnte.

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Verbandsaustausch - Gruppenbild

Am 3. Februar hatte Frau Sozialministerin Petra Köpping gemeinsam mit Herrn Staatssekretär Sebastian Vogel Vertreter des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz und des Dachverbandes Sächsischer Spätaussiedler und den Beauftragten eingeladen. Wir besprachen unter anderem Möglichkeiten der besseren regionalen Vernetzung dieser Gruppen, strukturelle Fragen wie auch die Zusammenarbeit mit anderen Initiativen. Die Spätaussiedler sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und tragen ebenso zur verbesserten Integration auch heute Zuziehender bei. Gern unterstützt der Freistaat daher die landesweite Projektarbeit.

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus
  © SMI/Jens Baumann

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus an der Gedenkstätte Münchner Platz in Dresden. Der 80ste Jahrestag der Wannseekonferenz vermittelte einen besonderen Bezug, den die Redner, wie Oberbürgermeister Hilbert, unterstrichen. Als Beauftragter war es mir ein Ehre, auch einen Kranz im Namen der Vertriebenen und Spätaussiedler niederzulegen.

Weitere Informationen gibt es auf Facebook.

Jahresauftaktveranstaltung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland

Am Samstag, dem 22. Januar 2022, fand in Chemnitz die Jahresauftaktveranstaltung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Ortsgruppe Chemnitz, statt. Ich bin gern hingefahren und habe etwas zum Anstoßen auf ein gelingendes und optimistisches Jahr 2022 mitgebracht. Sehen, Treffen, Austausch, Planen – das tut den Mitgliedern und uns allen gut. Wir verständigten uns zudem über das Jahresprogramm: 2022 soll endlich auch der zentrale Gedenkstein für die Landsmannschaft gelingen. 

Mehr zum Termin auf Facebook:
https://www.facebook.com/100019085140439/posts/942318523080977/?d=n

2021

Unterzeichnung Erbbaupachtvertrag für das außerschulische Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat in Knappenrode

Gelungener Jahresabschluss am 22. Dezember 2021: zwischen dem Landkreis Bautzen (als Vertreter Valentin Opitz) und der Stiftung Erinnerung, Begegnung, Integration- Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen (als Vertreter Frank Hirche) wurde heute der notarielle Erbbaupachtvertrag für das außerschulische Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat in Knappenrode geschlossen. Damit ist Sicherheit für die nächsten 33 Jahre (mit jeweiliger Verlängerungsoption um zehn Jahre) gewährleistet und das kulturelle Erbe wie auch Ankommen und Integration (bis zu heutigen Integrationsprozessen) kann zukünftigen Generationen vermittelt werden. Nachdem am 12.9. die erste Teileröffnung erfolgte, werden nun in der ersten Jahreshälfte 2022 der behindertengerechte Weiterbau erfolgen und die drei Sonderausstellungsräume hergerichtet. Doch erst einmal jetzt: Weihnachten und Jahreswechsel. Ich wünsche allen ein besinnliches Weihnachtsfest, Zeit mit der Familie, Gesundheit und Ankommen bei sich selbst.

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Frau Dr. Agnieszka Gasior, Sebastian Wladarz und Dr. Jens Bumann

Gemeinsamer Austausch mit der Direktorin des Schlesischen Museums, Frau Dr. Agnieszka Gasior, und dem Stiftungsvorsitzendem Haus Oberschlesien Ratingen Sebastian Wladarz in Görlitz beim Museum und dann auf einen Kaffee. Z. B. ging es uns um die Zusammenarbeit über die Grenzen nach Nieder- und Oberschlesien hinweg, das persönliche Gespräch bereichert sowieso und auch die Förderprojekte 2022 zwischen meinem Bereich und dem SMG waren Gegenstand. Ich finde zudem, dass die einschlägigen Stiftungen in den Bundesländern einen regen Austausch haben sollten, auch unsere Stiftung in Knappenrode sollte sich engagieren. So lassen sich Ausstellungen oder Kolloquien vielleicht noch nachhaltiger für die Öffentlichkeit aufbereiten.

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Gruppenbild Riesengebirgspreis

Am 12. Dezember konnte bereits zum zweiten Mal der Riesengebirgspreis für Literatur vom Verein zur Pflege schlesischer Kunst und Kultur e.V. (VSK) mit seinem Vorsitzenden Christopher Schmidt-Münzberg und dem Juryvorsitzendem Prof Jozef Zaprucki unter der Schirmherrschaft des Marschalls Cezary Przybylski und des Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer an der Riesengebirgeshochschule Jelenia Gora verliehen werden. Das Riesengebirge inspiriert früher, heute und auch in Zukunft. Die Begegnung zwischen deutscher, polnischer und tschechischer Kultur, Sichtweisen und Menschen macht uns reicher. Das Gespräch der Kulturen braucht unbedingt sprachmächtige Übersetzer; deshalb wird der Sonderpreis hierfür ein fester Bestandteil werden. Und der andere Sonderpreis erinnert daran: hier haart ein Werk für den deutschen Büchermarkt. Sandberg von Frau Bator ist hingegen schon jetzt für den 24.12. eine gute Empfehlung.

Den Hauptpreis 2021 bekam Joanna Bator verliehen. Weitere Preisträger sind Malgorzata Lutowska und Marcin Wawrzynczak.

Ich freue mich, dass wir diesen Preis mit aus der Taufe heben und fördern können. Auf ein Neues in 2023.

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Joanna Bator
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Marcin Wawrzynczak
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Malgorzata Lutowska
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Dr. Jens Baumann

In Schloß Wernersdorf in Schlesien traf sich am Samstag den 23. Oktober 2021 die Jury, um den/die diesjährigen Preisträger des Riesengebirgspreises für Literatur aus den Einreichungen auszuwählen. Es war eine spannende wie auch lehrreiche Diskussion, an deren Ende wir … das wird erst am 12.12. in der Riesengebirgshochschule in Jelenia Gora verkündet; Schirmherrn sind der Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien und der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, eine denke ich gelungene Förderung. Im Anschluss konnte ich noch auf dem alten Friedhof in Schreiberhau die neu gestaltete Grabplatte für Carl Hauptmann gemeinsam mit der Direktorin des Riesengebirgsmuseums Frau Julita Zaprucka sowie dem Bürgermeister der Stadt als auch Christopher Schmidt-Münzberg (Vorsitzender des VSK) einweihen, auch hier konnten wir unterstützen. Der Friedhof wird im Übrigen mit tatkräftiger Hilfe der Landsmannschaft Schlesien im Freistaat Sachsen hergerichtet, herzlichen Dank dafür! Einen Zwischenstopp legte ich noch bei der sehr interessanten Künstlerin Katarzyna Szumska im Riesengebirge ein, die neben berührenden Stillleben auch eine Reihe von Porträts der Bewohner von Michalowice schuf, die nach dem Krieg den Ort besiedelten. Wir wollen versuchen, hier eine Ausstellung dieser polnischen Künstlerin im außerschulischen Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat in Knappenrode zu arrangieren. Sehr beeindruckt war ich auch von der Geschichte des Hauses, auch hier ist eine Freundschaft zwischen Deutschen und Polen entstanden; oftmals denke ich: die Menschen sind viel weiter, als es zuweilen die Politik erklärt.
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Fersehbeitrag TV Dami Jelenia Góra

Am Freitag den 22. Oktober 2021 stellten in Kreisau  die Schüler ihre in zweieinhalb Tagen erarbeiteten Präsentationen zu Verantwortung Gewissen Moral in Diktaturen (und natürlich allgemein ebenso geltend) vor. Begrüßen konnten wir dazu auch Frau Ursula Mädebach, Konsularattache aus Breslau, die sich wie wir insgesamt sehr beeindruckt zeigte! Wir erlebten ein Theaterstück, wo Schüler als Kreisauer Kreis diskutierten, abwägten: wann ist ein Tyrannenmord gerechtfertigt … „Unterlasse ich die Tat, werde ich ein Verräter vor meinem eigenen Gewissen sein“. Zwei Schüler schrieben die fiktive (und auch durch die Lesung eine alle sehr berührende) Geschichte eines Deutschen, der in sein Dorf unmittelbar nach Ende des 2. WK in Schlesien zurückkehrt, der Rückblenden auf seine Wehrmachtseinsätze in Russland und Frankreich nimmt und am Ende konstatieren muss: „ich nehme Abschied von meiner Heimat. Es ist nicht mehr meine Heimat. Doch möge sie auch in Zukunft blühen.“ Zwei andere boten ein bewegendes musikalisches Szenario und konnten den inneren Kampf (schafft recht Gerechtigkeit, wann beginnt etwas) um eine Entscheidung musikalisch übersetzen. Desweiteren erlebten die Zuhörer eine fiktive aber im Inhalt faktenbasierte Groß Rosen (KZ) Konferenz, in der die Grausamkeit der Vernichtung durch Arbeit und die Feigheit (ganz abgesehen vom Eidbruch) verantwortlicher Ärzte deutlich wurde, ja man möchte sagen, zugemutet wurde; jede geschehene Tat tut einem selbst weh. Ein auf Wernher von Braun abgewandelter Faustdialog „irgendwann wird ein anderer mit der Idee erwachen - da kann ich es gleich selber machen“ führte bis ins Heute: was darf man was nicht? Hinter dem Faust standen die Geister die in uns leben: das Verlangen und die Moral („was einmal gedacht ist, kann nie mehr zurückgenommen werden“). So schloss das Begabtenseminar mit zwei sehr anregenden Stunden - diese Schüler hier werden auch noch in Jahren wissen, was Verantwortung ist, wo Gewissenspflicht einsetzt. Dank auch an die engagierten Lehrer und Professoren! Ich werde das auf jeden Fall in zwei Jahren wieder fördern, in Sachsen wird es noch ein Pressegespräch geben und vielleicht gelingt es uns auch wieder, in die Sendung Campus im Deutschlandfunk zu kommen. … Gestern lernten die Schüler im Übrigen noch die Friedenskirche Schweidnitz kennen, Dr. Aderhold kam extra aus Berlin und führte durch deutsche Religionsgeschichte par excellence … auch das Archiv durften die Schüler betreten und einmalige Urkunden und deren Bedeutung kennenlernen. Gut, wenn man Freunde hat - ob Lehrer, Musikwissenschaftler oder Generalkonsulat: das Arrangieren einer solchen Veranstaltung geht nur, wenn man einander vertraut und aufeinander bauen kann, das ist kein Seminarangebot von der Stange.
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Nach der Eröffnung des Begabtenseminars in Kreisau konnte ich mit Frau Konsulin Birgit Fisel-Rösle in Oppeln sowie Rafal Bartek, Vorsitzender des Woiwodschaftstages der Woiwodschaft Opole (praktisch das Parlament der Woiwodschaft) und Vorsitzender der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien, Gespräche zur weiteren Zusammenarbeit und Projektförderung führen. U. a. möchte ich für kommendes Jahr die von uns mit geförderte polnisch-deutsche Ausstellung „Fremde Heimat. Schlesien 1945 und in den Nachkriegsjahren“ nach Sachsen holen, auch eine aktive Kooperation des Dokumentations- und Ausstellungszentrums der deutschen Minderheit oder des Forschungszentrums der Minderheit mit unserem außerschulischen Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat erscheint mir sinnvoll. Genauso spielte der Austausch über Sprach- und Bildungsförderung in der jeweiligen Minderheitensprache (da gibt es Berührungspunkte mit zB den Sorben in Sachsen) bis hin zum Jugendaustausch (hier gibt es aktive Fußballmannschaften der Minderheit, die Jugendturniere in Sachsen bereichern würden und die Entfernung eben machbar ist) eine Rolle. Rundrum anregend und mit vielen Ideen im Gepäck geht es nun abends wieder nach Dresden.

Mehr dazu bei Facebook.

Am Sonntag startete das einwöchige geförderte Begabtenseminar in der Jugendbegegnungsstätte Kreisau bei Schweidnitz (Polen). Knapp 30 Schüler des Gymnasiums Dresden-Klotzsche erschließen sich in ihrer ersten Herbstferienwoche deutsche Geschichte am historischen Ort. Heute Nachmittag lernten sie in einer knapp zweistündigen Führung die Entstehung des Gutes Kreisau, des Kreisauer Kreises wie auch die Initiative der Stiftung 1989/1990 kennen. Neben vier Vorlesungen deutscher in polnischer WissenschaftlerInnen zur Verantwortung des Wissenschaftlers in Diktaturen werden das ehemalige KZ Groß Rosen wie auch die Friedenskirche Schweidnitz besucht - ein weiter Bogen Geschichte Verantwortung Kultur. In Gruppenarbeit erstellen die Schüler dann eigene Arbeiten, die am Freitag präsentiert werden, ich bin gespannt auf die individuellen Umsetzungen. Bereits zum zweiten Mal konnte ich dieses Seminar fördern, was neben Schülern, die ihre Ferien dafür verwenden, auch besonders engagierter Lehrer bedarf - Danke insbesondere an Falk Drechsel, der dies mithilfe der Förderung auf die Beine stellte; ein schwieriges Unterfangen gerade in Corona-Zeiten. Doch wo ein Wille ist …

9. grenzüberschreitende Chöretreffen der Vertriebenen und Spätaussiedler

Zum Tag der Deutschen Einheit fand in der Johanneskirche Reichenbach/Oberlausitz im Rahmen des Erntedankfestes das nun 9. grenzüberschreitende Chöretreffen der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen statt. Die reich gedeckten Gaben kamen diesmal nicht nur aus der Gemeinde, sondern auch von den Verbänden, so eine Erntedankkrone wie sie in Ostpreußen üblich war. Ob in Predigt oder Grußworten kam zum Ausdruck: wir können stolz auf unser Land, die Früchte der Arbeit und das Miteinander sein. Und auch wenn nach 31 Jahren noch manche Fragezeichen stehen (worauf die Bürgermeisterin zurecht hinwies) - manchmal sollten wir zuerst an Dankbarkeit und Zufriedenheit denken, wenn wir auf das Erreichte und auf Deutschland überhaupt schauen. Die Ausstellungen im Haus der Heimat wie auch die Wolfskinderausstellung (ich berichtete hier dazu schon) im via regia Haus zeigen die Spannbreite der Entwicklung auf. Der Landesvorsitzende Frank Hirche, der den Verband seit 2011 erfolgreich führt, erhielt die Goldene Ehrennadel; Herr Zempel fand dazu in seiner Festrede die richtigen Worte. Um in den Gesprächen am Rande, die oft fehlen und doch geradezu wichtig sind, drehte sich schon vieles um das Jubiläums 2022: 10 Jahre Chöretreffen; gern mit weiteren Chören aus Tschechien, Polen und Sachsen (kommen Sie auf mich zu).

In Facebook ein bisschen was zum Reinhören bei Chor und Mundart: https://www.facebook.com/100019085140439/posts/878561442790019/?d=n

Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler (BVS) Dr. Baumann nahm an der Verleihung des Denkmalpreises Niederschlesien in Wlen (vormals Lähn im Katzbachgebirge) bei Hirschberg/Jelenia Gora teil. Der BVS hat in seiner Funktion diesen Preis gefördert, denn wie er sagt, lässt ein Denkmal  aus der »Ferne in die Heimat schauen« und es gilt das gemeinsame, kulturelle, grenzüberschreitenden Erbe zu erhalten. Dieser Veranstaltungstag brachte zahlreichen Austausch und es war ein stimmiges Kunstfestival organisiert. Auch der Generalkonsul Hans-Jörg Neumann wirkte mit, ebenso der Architekt Christopher Schmidt-Münzberg (Vorsitzender VSK) und Volkmar Umlauft (gemeinsam mit Viola Wojnowski von Openheim-Foundation). Die Preisträger freuten sich nicht nur über den Preis, sondern auch über die würdevollen Plaketten.

Im November wird dann der Riesengebirgspreis für Literatur verliehen, auch dabei kann Herr Dr. Baumann in seiner Funktions als BVS wieder mitwirken.

Heute am Sächsischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung konnte zugleich die außerschulische Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat eingeweiht werden. Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller hielt die Festrede und schlug den Bogen zwischen Erbe und Zukunft. Er machte deutlich, was Flucht und Vertreibung damals und heute bedeutete – mit Nichts neu anzufangen. Birgit Weber verwies auf die Zusammenarbeit zwischen Energiefabrik und unserer Einrichtung. Frank Hirche als Leiter der Einrichtung verwies auf die vielen Firmen und Helfer, die buchstäblich bis gestern 17:00 Uhr alles fertigstellen konnten. Die Ausstellungskuratoren Dr. Lars-Arne Dannenberg, Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, Dr. Jozef Zaprucki und Falk Drechsel konnten in begeisterte Besuchergesichter schauen – ein gelungener Wandelgang durch die ehemaligen Heimatgebiete, ein Litfaßsäulengang durch die Weimarer Republik und das Dritte Reich, der Ursache und Zusammenbruch deutlich machte, dann der Waggon halb im Gebäude halb außerhalb, der die Zerrissenheit der damaligen Situation für die Flüchtlinge widerspiegelt, nicht zuletzt mit dem VR-Film. Prof. Kroll und ich würdigten die beiden Preisträger des diesjährigen ZukunftErbe-Preises Helena Goldt und Dr. Andreas Kossert. Auch der kirchliche Segen fehlte nicht. Und erste weitere Exponate wie eine bei der Flucht mitgeführte ostpreußische Eierkiste wurden übergeben. Aber auch sonst – gute Gespräche und eine herzliche Stimmung zeichneten die Veranstaltung aus. Nun freuen wir uns auf die Besucher, auf Schüler und den zweiten Bauabschnitt der Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen bis ins Heute hinein.

80. Gedenktag der Deportation von Russlanddeutschen

Tag offenen Tür mit Vortrag, Begegnungen und Spezialitäten der russischen Küche in Freital vom Verein Zusammenleben unter seiner Vorsitzenden Frau Jurk. Vereinsmitglieder, interessierte Bürger, der 1. Beigeordnete des Landkreises Herr Weigel, der 1. Bürgermeister der Stadt Freital Herr Pfitzenreiter, Frau Dr. Franke-Wöller (CDU-Wahlkreiskandiatin) und Herr Dr. Josef Schneider von Euro-Brigde e. V. Waren nahmen sich die Zeit. In meinem Beitrag sicherte ich dem Verein weitere Unterstützung zu, denn die Geschichte der Deutschen aus Russland (1729 Geburt von Katharina der Großen in Stettin) ist ein Teil der deutschen Geschichte, nicht nur der russischen. Besonders wichtig erscheint mir, dass wir berücksichtigen sollten, dass Körper und Seele unterschiedliche Reisegeschwindigkeiten haben. Anliegen von Politik und Verwaltung wie auch von allen engagierten Bürgern sollte sein, auch dafür zu sorgen, dass nicht nur die Körper (auch heute) gut und sicher angekommen, sondern auch die Seele des Menschen seine neue Heimat erreicht und in ihr beheimatet wird. Dann gelingt Zusammenleben. Heimat ist, wenn die Menschen sich in ihren Ort Region Land gestaltend einbringen - darauf beruht nicht zuletzt unser demokratisches Gemeinwesen, welches die richtigen Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement setzen muss - die Bürger sind auf der anderen Seite eingeladen, mitzuwirken. Dies sich immer mal wieder abzurufen scheint mir wichtig am Weltfriedenstag.

Gedenkveranstaltung anlässlich des 80. Jahrestages der Auflösung der Wolgarepublik

Der Landtagsabgeordnete und sächsische CDU Generalsekretär Alexander Dierks sowie der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich nahmen sich Zeit anlässlich des 80. Jahrestages der Auflösung der Wolgarepublik, der Deportation und damit des Generalverdachts der Kollaboration der sog. Wolgadeutschen für unsere Mitbürger, die u. a. auch aus Dresden und Leipzig angereist waren; ein neugebildeter Chor, aber auch junge Menschen waren unter den ca hundert Besuchern zu sehen. Repräsentiert wird die Landsmannschaft insb durch den engagierten Landesvorsitzenden Florian Braun  gemeinsam mit den stets rührigen Kreisvorsitzenden Lilli Tews, Vera Klass und Julia Herb. Am Gedenkstein legte ich einen Kranz als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen nieder und ging in meiner Ansprache auf das weitumspannende Schicksal ein - Katharina die Große hieß sie einst willkommen, Lenin und Stalin schufen die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen (Stalin löschte sie auch auf), die Rehabilitation erfolgte ohne Neugründung und auch heute scheint es von manchen ihnen gegenüber Vorbehalte zu geben. Körper und Seele haben unterschiedliche Reisegeschwindigkeiten, und damals wie heute (ich denke an die aktuelle politische Situation) gilt es, nicht nur den Körper zu schützen sondern auch auf die Seelen zu achten - verletze Seelen sind die Einfallstore des Bösen. Wenn wir das Füllwort „vielleicht“ einmal als viel und leicht lesen, so kämen wir dahin, gemeinsam viel zu tun und es uns leicht miteinander zu machen. Die am 12. September (anlässlich des Sächsischen Gedenktages für die Opfer von Flucht Vertreibung und Zwangsumsiedlung) eröffnende außerschulische Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat in Knappenrode wird auch das Schicksal und die Beheimatung in Sachsen (Wurzeln schaffen, unser Land bereichern, Sehnsucht bewahren) dieser Menschen thematisieren.

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Gedenkveranstaltung anlässlich des 80. Jahrestages der Auflösung der Wolgarepublik
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Gedenkveranstaltung anlässlich des 80. Jahrestages der Auflösung der Wolgarepublik
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Gedenkveranstaltung anlässlich des 80. Jahrestages der Auflösung der Wolgarepublik
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Gedenkveranstaltung anlässlich des 80. Jahrestages der Auflösung der Wolgarepublik

Am Abend des 3. August traf sich in Chemnitz die Jury des ZukunftErbe-Preises zur Besprechung der Verleihung unter Vorsitz von Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll. Nach gut zwei Stunden konnten aus den Einreichungen zwei prominente Preisträger ausgewählt werden. Die Verleihung findet am 12. September im Rahmen des Sächsischen Gedenktages für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung im Knappenrode statt. Davor war ich mit dem Landesvorsitzenden beim BdV Vogtlandkreis in Auerbach. Wir besprachen die Ende August stattfindende Fahrt zur Städtepartnerschaft Auerbach/Rebesgrün und Svoboda nad Upou (Freiheit an der Aupa). Zudem ging es um eine verstärkte Arbeit mit den Schulen und Exkursionen zur baldigen außerschulischen Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat in Knappenrode und die weitere Zusammenarbeit und Unterstützung seitens des Landesverbandes.

Bibelland Oberlichtenau bei Pulsnitz

Am 25. Juli im Bibelland Oberlichtenau bei Pulsnitz hat nun die Ausstellung „Wolfskinder in Sachsen. Eine Spurensuche“ bis Ende der Schulferien ihre zweite Station - sie erzählt vom Leid und Hoffnung anhangloser Kinder, die oftmals in Litauen Schutz Nahrung Beschäftigung zum Ende des 2. Weltkrieges fanden - und teilweise eben später im Heimen oder bei Familien auch in Sachsen aufwuchsen. Ein Blick zurück schärft immer wieder mal die Sinne für das alles, was wir heute im Wohlstand beklagen. Übrigens ist das gesamte Bibelland, sozusagen Kleinisrael, von Susanne und Maik Förster überaus sehenswert und lehrreich … Pflanzen Grabanlage Opferstein Amphitheater Beduinenzelt Thorarolle - was man auch immer über das Heilige Land und seine Bezüge kennenlernen will, findet man hier übersichtlich und mit excellenten Kenntnisse geführt (mit dem ersten bekannten Friedensvertrag der Welt, offensichtlich konnte man sich auch mal kurz und knapp ausdrücken - siehe Foto). Als Sonderausstellung steht auch noch „Unsere neue Heimat - Sachsen“, die vom Neubeginn der 20 Prozent Vertriebenen (eine Million 1949) in Sachsen erzählt. Rund 40 Besucher kamen zur Eröffnung, Herr Förster leitete zur Familie Leiserowitz ein, ein Besucher brachte ein Buch des mittlerweile verstorbenen litauischen Künstlers Jonusas, handsigniert und gezeichnet mit einem Wolfskopf, mit. Wenn man sich auf den anderen einlässt, mit Zeit … entstehen Geschichten, werden Schicksale transparent. Viel besser als ideologische Schlagworte. Nachher „okkupierte“ mich noch der überaus engagierte „Heimatfreunde Keulenberg e. V.“ für einen Aufstieg im Turm: die Mitglieder sorgen für Imbiss, Information und den Rahmen für bestimmte Feiertage. Ob Bibelland oder Keulenberg: Da fällt einem nur DANKE ein. Sachsen ist reich - durch seine Geschichte, seine Kultur, seine Landschaft und seine Bürger!

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Bibelland Oberlichtenau bei Pulsnitz
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Bibelland Oberlichtenau bei Pulsnitz
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Bibelland Oberlichtenau bei Pulsnitz
Begegnung und Austausch in Zwickau

Am 24. Juli Begegnung und Austausch in Zwickau mit den dortigen Vertriebenen, u.a. stand das jährliche Treffen der Minderheiten in Breslau im Mittelpunkt des Interesses; wir hoffen, das es dieses Jahr wieder stattfinden kann. Die Kinder der Kindervilla „Mittendrin“, geleitet von Frau Raake und Frau Pohlers, boten ein kleines unterhaltsames Programm … Es ist schön, wenn man sieht, wie unbeschwert sie noch das Leben nehmen.  Schön war ebenso das Lied über die Zauberworte wie Bitte und Danke - diese sollten auch die Erwachsenen nicht vergessen, solche Worte fehlen oft im Alltag, nicht alles ist ja selbstverständlich. Daher Danke an die Kids, die Villa und die Eltern; der erste Ferientag und trotzdem waren so viele da! Viel Engagement, dass auch noch Spaß machte und Freude brachte. Ich überreichte das Buch Lieder der Deutschen aus dem östlichen Europa für vielleicht diese und jene Anregung zu Volksliedern, Alexander Schulz (der das alles super organisiert hatte), bereitete mit Süßigkeiten den Kindern eine Freude.

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Besuch von Jens Lehmann, MdB CDU/CSU beim Regionalverband der Vertriebenen und Spätaussiedler
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Besuch von Jens Lehmann, MdB CDU/CSU beim Regionalverband der Vertriebenen und Spätaussiedler
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Besuch von Jens Lehmann, MdB CDU/CSU beim Regionalverband der Vertriebenen und Spätaussiedler

Besuch von Jens Lehmann, MdB CDU/CSU und mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger im Bahnradsport, beim Regionalverband der Vertriebenen und Spätaussiedler Leipzig/Nordsachsen am 20. Juli 2021. Themen waren eine wieder zukünftige Präsenz der sächsischen Bundestagsabgeordneten in der Arbeitsgruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten, ein würdiges Gedenken dieses Jahr in Leipzig an 80 Jahre Auflösung der Wolgarepublik aber auch interessante Einblicke in seine Tätigkeit im Verteidigungsausschuss. Auch die Ausstellung Integration durch Leistung stand im Fokus der Diskussion. Insgesamt ein guter Austausch, die Themen und Anliegen der Vertriebenen und Spätaussiedler in Leipzig wie auch in Sachsen wertschätzte.

Festveranstaltung und Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier

Festveranstaltung und (Fernseh-)Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier - nunmehr über 70 Jahre Bestand: für ein Miteinander und die Bewahrung schlesischen Kulturerbes wie auch der Fortentwicklung im deutsch-polnisch-tschechischen Zusammenwirken. Entsprechend hatte der Gottesdienst sprachlichen Dreiklang. Ich habe mich sehr über die Einladung und Mitwirkungsmöglichkeit gefreut - Dank an Generalsuperintendent Herche und Oberkonsistorialrätin Kempgen. Der Tag lies auch Zeit für das Wichtigste: Gespräche ohne Hast miteinander, Zurückblicken (mit einem wichtigen politischen Schlesienfreund: MdL a.D. Volker Bandmann), Zuhören, neue Kontakte knüpfen, Ideen ansprechen (mit Pfarrer Dr. Paul zu Jakob Böhme, mit Dr. Aderhold und Bischof Pytel zur Friedenskirche Schweidnitz uvam). Eine sehr gelungene Veranstaltung, die zeigte: 70 Jahre sind ein Schritt auf einem langen gemeinsam Weg. Die Predigt berührte das Wachsen der Gemeinschaft aus den damaligen Zeitereignissen und suchte die Brücke auch zu Flucht Vertreibung und den aktuellen heutigen Katastrophenereignissen - Glauben gibt Kraft und schafft Raum für Handeln, aber das müssen wir mit unseren moralischen Wertmaßstäben selbst tun.

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Festveranstaltung und Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
Austausch mit dem Integrationsbeauftragten der SPD-Landtagsfraktion Albrecht Pallas

Im Sächsischen Landtag tauschte ich mich heute mit dem Integrationsbeauftragten der SPD-Landtagsfraktion (und Koalitionspartner) Albrecht Pallas zu Fragen der Integration und Teilhabe aus. Alsbald wird ein Besuch in dem im Entstehen begriffenen und im Koalitionsvertrag verankerten außerschulischen Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat in Knappenrode erfolgen. Ich freue mich darauf. Es gilt gemeinsam Möglichkeiten auszuloten, wie wir dann dort die Vermittlung von Heimatliebe (für mich erwächst daraus eben bürgerschaftliches Engagement, auf dem demokratische Gemeinwesen beruhen), Integration früher heute uam breit aufstellen können.

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Gespräch mit Landesverbänden
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Gespräch mit Landesverbänden
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Gespräch mit Landesverbänden

Am 13. Juli begleitete ich den Ostbeauftragten der Bundesregierung Marco Wanderwitz, MdB CDU/CSU Fraktion, zu einem ausführlichen Gespräch mit dem Landesverband, insbesondere der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sowie der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen in deren Begegnungsstätte in Chemnitz. Die Themen waren über Rente, Sicherheitsgefühl bis hin zum Umgang und dem Wert von Heimat vielschichtig und führten nicht zuletzt zu Anregungen über bspw die weitere Aufarbeitung und Vertiefung zu Fragen des Umgangs mit Vertriebenen, Zuwanderern, Minderheiten und gesellschaftlicher Integration auch vor 1990 im Vergleich von alten und neuen Bundesländern. Das Gespräch wird fortgesetzt.

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v. l. n. r.: Frank Hirche, Ronald Pohle, Liane Labuhn, Dr. Jens Baumann.

Landesverbandstag der Vertriebenen und Spätaussiedler
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Landesverbandstag der Vertriebenen und Spätaussiedler
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Landesverbandstag der Vertriebenen und Spätaussiedler

Zwar nicht die Menschen, doch die Termine reichen sich nun die Hand.

Heute Landesverbandstag der Vertriebenen und Spätaussiedler in Chemnitz, auf dem Foto der Vorsitzende Frank Hirche, seine 1. Stellvertreterin Liane Labuhn, MdL Ronald Pohle (vertriebenenpolitischer Sprecher der CDU Landtagsfraktionen).

Sowohl der Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller als auch der Chef der Staatskanzlei Oliver Schenk übermittelten Videobotschaften, die die Delegierten sehr ansprachen, spannten sie doch den Bogen von dem gerade eröffneten Berliner Dokumentationszentrum zum 12. September, dem Sächsischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung, an dem in Knappenrode das neue außerschulische Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat teileröffnet wird. Zudem wird der ZukunftErbe-Preis verliehen. Diese Themen wie auch das nächste grenzüberschreitende Chöretreffen in Reichenbach/Oberlausitz am 3. Oktober im Rahmen des Erntedankfestes sowie natürlich die Vereinsarbeit wurden ausführlich diskutiert bzw. vorbereitet.

Die musikalische Umrahmung kam von Maxim, einem der Preisträger von Jugend musiziert (er wirkt im Jugendchor Sonnenschein der Deutschen aus Russland mit).

Nachher war ich noch gemeinsam mit Frau Labuhn, dem OBM sowie der Schulleiterin der Gerhart Hauptmann Oberschule in Limbach-Oberfrohna beim dortigen Verein, der mit einem Bild – gefertigt von Schülern – den Rahmen von Heimat gestern und heute sowie dazu passende Projekte diskutierte, die ich gern weiterhin unterstützen werde. Insgesamt merkt man: alle haben sehnsüchtig die Wiederaufnahme der kulturellen Arbeit herbeigesehnt und sind voller Energie und Tatendrang.

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Gedenksteinlegung bei Kossorowitz
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Gedenksteinlegung bei Kossorowitz
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Gedenksteinlegung bei Kossorowitz

Im Wald bei Kossorowitz, Gemeinde Tarnau (Tarnow Opolski) wurde heute der Gedenkstein für die dort vom NKWD 1945 von der Arbeit weg verschleppten ca. 30 Männer eingeweiht, von denen nur acht aus Sibirien zurückkehrten. Josef Waletzko, der seinen Vater mit 12 Jahren noch früh zur Arbeit begleitet hatte, schilderte die Geschehnisse und das daraus erwachsene Vermächtnis »nie wieder Krieg« in eindringlichen Worten. Heute hat er einen Ort zum Trauern bekommen.

Dank an ihn, den engagierten Bürgermeister Krzysztof Mutz, die vielen Bürger der Gemeinde, die mit gespendet haben, die Deutsche Minderheit, die entsprechend publizierte und unterstützte. Ich habe das sehr gern mit Fördermitteln, und eben auch dem kleinen Tagesausflug von gut 800 km begleitet. Wir haben uns am Rande noch darauf geeinigt, dass wir noch die Beschilderung und eine Tafel zur Geschichte fördern werden. Die Bilder zeigen, wie engagiert die Gemeinde ist, ein Zelt mitten im Wald aufbaute, Kuchen Kaffee anbot, die Bürger zu Fuß zu Rad fünf Kilometer auf sich nahmen. Ein kleines Gemeinde-Gedenkfest.

So bleiben die Opfer unvergessen, wohl wissend: ob im Krieg oder Alltag: jedes Opfer ist eines zuviel, in uns steckt doch die Möglichkeit zum Guten.

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Präsentation Vorhaben »Außerschulische Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat in Knappenrode« vor dem Technischen Ausschuss des Kreistages Bautzen
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Präsentation Vorhaben »Außerschulische Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat in Knappenrode« vor dem Technischen Ausschuss des Kreistages Bautzen

Am 5. Juli konnte ich gemeinsam mit Frank Hirche, Vorsitzender der Stiftung »Erinnerung Begegnung Integration –Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen«, das Vorhaben »Außerschulische Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat im Knappenrode« vor dem Technischen Ausschuss des Kreistages Bautzen präsentieren. Danach volle Zustimmung der Kreisräte zum Abschluss des Erbbaupachtvertrages mit der Stiftung; nunmehr ist das Vorhaben langfristig gesichert.

Dank an die Kreisverwaltung für die gute Unterstützung und Begleitung, Dank an die Kreisräte für das Vertrauen!

Riesengebirgspreis für Literatur

Der erste Schlesien-Tag dieses Jahr … Besprechung in Schloß Wernersdorf zu den Regularien und Zeitplan des diesjährigen Riesengebirgspreis für Literatur. Er wird am 8.12. verliehen werden, bis 30.9. sind Einreichungen an den VSK möglich. 18.30 im Carl Hauptmann Haus in Schreiberhau/Szklarska Poręba Vortrag vor Studenten der Riesengebirgshochschule und Exkursionsmitgliedern der Stiftung Kulturwerk Schlesien zu dem grenzüberschreitenden Möglichkeiten der Bewahrung des kulturellen Erbes. Die Studenten stellten dann ihre eigenen Forschungen vor, die sie in ca 14 Tagen verteidigen werden; ich drücke die Daumen! 21.00 noch ein Treffen mit Viola Wojnowski vom OP ENHEIM; einem ganz wichtigen künstlerischen und kulturellen Ort in Breslau. Wir werden auch sicherlich kommendes Jahr erneut den Architekturpreis unterstützen!

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Riesengebirgspreis für Literatur
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Riesengebirgspreis für Literatur
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Riesengebirgspreis für Literatur
Nationaler Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung

Transferraum Heimat im Entstehen: Wandelgang durch die Heimatgebiete, Fluchtwaggon mit VR-Film, danach Integration in West und Ost. Der erweiterte Landesvorstand der Vertriebenen und Spätaussiedler nahm den 20. Juni zum Anlass, seine zukünftige Bildungsstätte zu besuchen. Der 20. Juni ist der nationale Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung und Weltflüchtlingstag. Er weist uns darauf hin, dass Flucht und Vertreibung auch nach 76 Jahren nach dem 2. Weltkrieg leider gegenwärtig sind. Viele Menschen, die heute in Sachsen leben, wissen aus eigener Erfahrung oder aus den Erzählungen ihrer Angehörigen, was Heimatverlust bedeutet. Der 20. Juni bietet einen guten Anlass, das Thema aus dem privaten Empfinden heraus in die Öffentlichkeit zu tragen und gesamtgesellschaftlich zu diskutieren. Die Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler haben Sachsen mit aufgebaut und sind auch heute mit ihrer Erfahrung und ihre Verbindung in die ehemaligen Heimatgebiete eine Bereicherung. Auch aus diesem Grunde begeht der Freistaat Sachsen am zweiten Sonntag im September, dieses Jahr am 12. September, einen eigenen Sächsischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung. Der Sächsische Landtag hat mit seinem Beschluss zum sächsischen Haushalt im Mai des Jahres einen guten Grundstein gelegt, dass auch die Vertriebenen und Spätaussiedler und alle anderen Menschen und Vereine, die sich grenzübergreifend dem Erhalt des kulturellen Erbes widmen, ihre Projekte weiterführen können. Neben der Teilöffnung der außerschulischen Bildungs- und Begegnungsstätte „Transferraum Heimat“ in Knappenrode am 12. September 2021 wird dieses Jahr insbesondere der 80. Jahrestag der Auflösung der Wolgarepublik im Mittelpunkt des des Gedenkens stehen. Außerdem unterstützt der Freistaat Sachsen in diesem Bereich die Verleihung des Riesengebirgspreises für Literatur am 8.12.2021 sowie die Verleihung des

Nationaler Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung
Eröffnung des Regionalbüros der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden

Am 15. Juni war es soweit: das Regionalbüro der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden wurde eröffnet. Marschall, Ministerpräsident und Landtagspräsident wiesen auf die enge Verbindung, das teilweise gemeinsame kulturelle Erbe, die grenzübergreifenden Projekte/gelebten Alltag hin. Mit dem Büro mitten im Regierungszentrum als Pendant zum sächsischen Büro in Breslau wird sich die Zusammenarbeit noch mehr vertiefen und besser sowie kurzfristiger koordinieren lassen. Innenminister und die Kulturministerin wie auch die Justizministerin waren daher auch zur Eröffnung und einem ersten Austausch. … Anschließend ging es dann gleich nach Bautzen zum vornehmlich digitalen Landrat-/Bürgermeistergespräch mit den sorbischen Kommunen bzgl. der Vertiefung und Umsetzung des kommunalen Programms zu Zweisprachigkeit; auch das aus diesen Mitteln geförderte Servicebüro stellte seine Tätigkeit vor. Insbesondere gilt es zukünftig, die Verwaltungssprache auch in Sorbisch weiterzuentwickeln sowie die Bürger/Vereine bzw. ihre Bedarfe verstärkt in die Projekte einzubeziehen. Einen Großteil der Mittel konnte ich kurz nach dem Haushaltsbeschluss durch den Sächsischen Landtag schon zuweisen. Beide Termine hatten eines gemeinsam: Zweisprachigkeit dient den Menschen in den Regionen und lässt zusammenfinden.

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Eröffnung des Regionalbüros der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden
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Eröffnung des Regionalbüros der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden
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Eröffnung des Regionalbüros der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden
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Eröffnung des Regionalbüros der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden
Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West

Förderung und Teilnahme vom 7. bis 10. Juni an der Tagung "Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West" in Warschau. Man merkt den Referenten und Teilnehmern die Lust auf den persönlichen Austausch (ermöglicht durch die Impfungen; heute zeigt man zuerst den Impfpass anstelle der Visitenkarte) und fachlichen Diskurs, der sich in den Pausen fortsetzt, an; das hybride Format lässt die Tagung wahrlich umfassend europäisch werden. Der Bogen spannt sich von kleinräumigen Analysen (Vertreibung und Neuansiedlung in polnischen und tschechischen Orten, mit viel Empathie auch für diejenigen, die ihre Heimat verlassen mussten, von Frau Cwiek-Rogalska) über die Betrachtung kleinerer ethnischer Gruppen, wie der Sorben, und ihrem Kampf um Behauptung eigener Identität (Milos Reznik) bis hin zur Betrachtung geostrategischer Konzepte (Hans-Christof Kraus). Lehrreich. Es entsteht ein Bild vom Ringen und Verantwortung um die Entwicklung Europas nach 1945. Mein Dank geht an das DHI für die Durchführung, die TU Chemnitz für die inhaltliche Ausrichtung und die Max Weber Stiftung sowie das Tschechische Zentrum für die Begleitung. Ein umfassendes Bild, was Neuansiedlungen (ob in Kaliningrad Breslau Lemberg oder wo auch immer) mit der Bevölkerung, mit der Region machte und macht, wann und wie Verbindungen zur alten Heimat bleiben und welche Potentiale gerade solche Regionen für die Identität und damit das bürgerschaftliche Engagement heute haben und warum wie entwickeln können, wäre einmal zu zeichnen. Eine kurzer Besuch in der Deutschen Botschaft (gleich neben der französischen, mit der kleinen Ausstellung im öffentlichen Raum hier im Bild) brachte ein interessantes aufschlussreiches Gespräch, ua zu den Gedenkveranstaltungen in Toczek/Tost, mit dem Gesandten Knut Abraham. Ein ausgefülltes Programm in einer wunderschönen europäischen Metropole.

Zum Abschluss der Konferenz noch ein anderes Eintauchen in die Geschichte - Besuch des Museums der Geschichte der polnischen Juden: POLIN … Gebaut mitten im ehemaligen Warschauer Ghetto, wo kein Stein nach dem Aufstand und dessen Niederschlagung 1943 mehr auf dem anderen stand und wo über 400.000 Menschen ermordet wurden, entweder „hier“ oder im KZ Treblinka. Das Denkmal erinnert an die Millionen vernichteten Juden, hier kniete ua Bundeskanzler Willy Brandt. Das Museum, erbaut von einem finnischen Architektenteam, gibt sich nach außen eher unaufgeregt (natürlich mit vielen Erzählansätzen wenn man sich auf es einlässt), während sich im Inneren weiche Formen anschließen und, ganz weitgehend ohne Originale sondern durch eine Erzählung (die man gesehen haben muss, 2016 als bestes Museum in Europa ausgewählt; auch das Solidarnosc-Museum in Danzig finde ich hervorragend; irgendwie leben die Museen hier und überfrachten den Besucher nicht mit Texten, sondern sind versucht, dass Bilder im Kopf entstehen und man diese mitnimmt) die Geschichte der Juden entsteht - ihr Kommen, ein Erblühen des Lebens und der Siedlungen und enge Verbindung zum polnischen Staatswesen (das Erblühen wird durch Raumweitungen, sofort erlebbar) und ihr - Verschwinden (bevor sich jetzt der deutsche Leser beschwert: das waren die Worte unseres israelisch-polnischen Guide). Es ist also kein Holocaustmuseum, sondern ein polnisches Museum (wichtig wegen der SprachWahl) über die Gesamtgeschichte eines kulturell-wirtschaftlich bedeutenden Teils der Gesellschaft. Und wenn man dann bedenkt, dass diese Menschen vorrangig jiddisch sprachen … wenn man in Warschau ist, eine Metropole mit eher südländischen Flair, freundlichen und gutangezogenen Menschen (was ja auch ein Ausdruck von Kultur und (Selbst-)Achtung ist), gehört dieses Museum mit dazu, denn es lässt einen die Geschichte Polens noch mal anders verstehen und die Ungeheuerlichkeiten des 2. Weltkrieges, die Ungeheuerlichkeiten der Nationalsozialisten = der Deutschen, das darf man nicht an die Nationalsozialisten wegdelegieren, auch wenn natürlich Deutsche ebenso gegen den Nationalsozialismus kämpften und genauso in KZs kamen, verdoppeln sich gerade in Warschau, einer Stadt zu über 80 Prozent zerstört und einem zerstörten und hingemordeten Ghetto … mir fällt bei meinen Besuchen solcher Gedenkstätten immer wieder das Buch von Benedikt XVI ein „Wo war Gott“ …

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Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West
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Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West
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Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West
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Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West
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Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West
Amtschef Thomas Rechentin (vorn) mit Dr. Andreas Baumann (links) und Hartmut Kohn © SMI/PÖ

Seit Donnerstag, den 20. Mai 2021, wird im Foyer des Sächsischen Staatsministeriums des Innern die Wanderausstellung „Wolfskinder in Sachsen. Eine Spurensuche“ für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter präsentiert. Die Ausstellung macht auf das Schicksal anhangloser Kinder und Jugendlicher aus dem nördlichen Ostpreußen aufmerksam, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Litauen flüchteten und ihre deutsche Herkunft zumindest zeitweise verschleiern mussten; sie bangten um ihr Leben, mussten Essen erbetteln und waren von Hunger getrieben (daher der Begriff "Wolfskinder").  Sie fanden vielfach Hilfe bei den Litauern. Eine größere Anzahl von ihnen konnte später auch in Sachsen aufgenommen werden, sie kamen in Kinderheime und Pflegefamilien. Die Ausstellung schlägt ebenso den Bogen zum DRK-Suchdienst heute und sensibilisiert für das Leid und die Schutzlosigkeit von Kindern in gegenwärtigen Konfliktregionen. Mein Dank geht vor allem an den Dresdner Langstreckenläufer Hartmut Kohn, der dieses Projekt bei der Suche nach seinem verschollenen Onkel Werner wesentlich vorantrieb sowie natürlich an den Wolfskinder-Geschichtsverein Berlin e. V., insbesondere Frau Prof Ruth Leiserowitz, stellvertretende Direktorin des Deutschen Historischen Instituts Warschau Warschau, und ihren Ehemann Michael Leiserowitz, die für die Umsetzung und weitere Vertiefung sorgten. Die Wanderausstellung (11 Roll up nebst einem kleinen Katalog; dieser wird noch auf litauisch herausgegeben) kann durch interessierte Vereine, Schulen, öffentliche Einrichtungen usw. gern kostenlos über den Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen ausgeliehen werden.

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(© SMI/PÖ)
Wolfskinder in Sachsen: Ausstellung im Sächsischen Staatsministerium des Innern
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(© SMI/PÖ)
Wolfskinder in Sachsen: Ausstellung im Sächsischen Staatsministerium des Innern
Herr Dr. Baumann und Frau Prof. Ruth Leiserowitz

Nun frisch aus Warschau angekommen im Ministerium: die Wanderausstellung „Wolfskinder in Sachsen. Eine Spurensuche“ (11 Roll ups). Wir werden diese hier präsentieren; Interessenten können diese auch gern über mich ausleihen; ein kleiner Eröffnungsbeitrag als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler ist selbstverständlich möglich. Mein Dank geht vor allem an den Dresdner Langstreckenläufer Hartmut Kohn, der dieses Projekt bei der Suche nach seinem verschollenen Onkel Werner wesentlich vorantrieb sowie natürlich an Frau Prof Ruth Leiserowitz; stellv Direktorin des DHI Warschau (im Bild), und ihren Ehemann Michael Leiserowitz, die für die Umsetzung und weitere Vertiefung sorgten. Wir besprachen bei der Übergabe auch die Herausgabe des Katalogs auf litauisch; die Wolfskinder fanden vielfach Hilfe gerade in Litauen.

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Wolfskinder in Sachsen. Eine Spurensuche
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Wolfskinder in Sachsen. Eine Spurensuche
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Wolfskinder in Sachsen. Eine Spurensuche
Hr. Dr. Baumann zusammen mit Julita Zaprucka und Dr. Jozef Zaprucki

Am 15.März im Homeoffice Zusammenkunft mit Julita Zaprucka, Direktorin des Carl- und Gerhart Hauptmann Hauses Schreiberhau/Szklarska Poręba, und Dr. Jozef Zaprucki, Beauftragter für Auslandsbeziehungen des Rektorats der Riesengebirgshochschule/staatliche Fachhochschule Hirschberg/Jelenia Gora und im Übrigen einer der beiden ersten Preisträger des letztjährigen ZukunftErbe-Preises. Wir diskutierten u. a. den Ablauf der deutsch-polnischen Beschriftung der Ausstellung »Transferraum Heimat« in Knappenrode, die diesjährige Auslobung des Riesengebirgspreises für Literatur und das Jahresprogramm des Museum für Sport und Touristik in Krummhübel/Karpacz wie auch weitere Friedhofssanierungsmassnahmen des evangelischen Friedhofes in Schreiberhau. Deutsch polnische Zusammenarbeit ist nicht nur ein Schlagwort, sondern unabhängig von Pandemie und anderen Unwägbarkeiten ein fester Bestandteil im Denken und Herzen.

Am 13. Februar nahm ich stellvertretend für die Vertriebenen an der Kranzniederlegung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Nordfriedhof Dresden teil. In dieser Nacht verloren auch unzählige Flüchtlinge, die sich bereits in der Stadt aufhielten und sicher glaubten, ihr Leben, nachdem sie schon ihr Hab und Gut verloren hatten. Mit meinem Kranz erinnere und gedenke ich auch dieser oftmals namenlosen Opfer. Der Krieg tobte längst wieder auf deutschem Boden, seinem Ausgangspunkt. Aber er wütete nun auch unter der Zivilbevölkerung, den Wehrlosen. Es macht mich zutiefst traurig, wenn ich zunehmend die vielen Schmierereien auf Gedenktafeln lese wie »Deutsche waren keine Opfer, nur Täter«. Waren die verbrannten Kleinkinder, Frauen und alten Leute alle und nur Täter? Ist es eine sinnvolle Diskussion, nur das eine oder das andere zuzulassen, die Opferzahlen hoch und runter zu rechnen um irgendetwas zu beweisen? Ist es nicht eher so wie Hanns Cibulka wohl einmal schrieb: »Im Tod endet alle Feindschaft«??? Wir sind alle Menschen und wollen –nein, müssen – eine Gemeinschaft bilden, wir brauchen nicht noch mehr Risse in unserer Gesellschaft sondern VERSÖHNUNG. Was gewinnen wir, wenn wir diskutieren, ob der Wiederaufbau Dresdens und die denkmalpflegerischen Leistungen in einem Zusammenhang mit politischen Haltungen der Einwohner stehen? Ich bleibe dabei: unser Volk trägt eine schwere Bürde, aus der sich Verantwortung ergibt; diese verklingt nicht. Unser Volk hat ebenso seine Opfer, auch diese mahnen dauerhaft. Und wir trauern um sie heute am 13. Februar, dem Gedenken an die sinnlose Zerstörung Dresdens mit zehntausenden Toten – in der Hoffnung auf ein Miteinander in unserer Gesellschaft, über die Grenzen hinweg, über Hautfarben hinweg, über Vorurteile hinweg.

Am 11. Februar 2021 hat eine Sitzung des Landesmigrationsbeirat in Form einer Videokonferenz stattgefunden. Ich konnte u. a. unsere Aktivitäten und Unterstützung des Dachverbandes der Spätaussiedler vorstellen. Aber auch viele andere Themen wie das Sächsische Teilhabe- und Integrationsgesetz wurden aufgerufen und geben ein Gesamtbild der Aufgaben, Erfolge und Probleme in diesen Bereichen.

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Onlinesitzung des Landesmigrationsbeirates
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Onlinesitzung des Landesmigrationsbeirates

Am Montag, dem 8. Februar 2021: »Großer« Bahnhof auf dem Bahnhof Bautzen. Der gestaltete Triebwagen des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) wurde vorgestellt und ging kurz danach in seinen Regelbetrieb. Damit kündet er auf der Strecke Görlitz – Dresden davon, dass die Lausitz zweisprachig ist, die sorbische Sprache zu unserem Alltag gehört, auch über die Grenzen des Siedlungsgebietes hinaus. »Sorbisch? Na klar!« wird damit noch sichtbarer. Reisen bildet – ganz praktisch, und regt vielleicht auch an, sich mit der sorbischen Sprache und Kultur vermehrt zu beschäftigen. Dank des Förderprogramms zur Unterstützung der kommunalen Aktivitäten zur Beförderung der Zweisprachigkeit konnte ich dieses Vorhaben fördern. Landrat Michael Harig als Verbandsvorsitzender und Dawid Statnik als Vorsitzender der Domowina (beide im Bild) hatten sich mit der Länderbahn für eine zügige und reibungslose Umsetzung eingesetzt. Die Bilder zeigen: ein schicker Triebwagen, der angenommenen werden wird ... gute Reise!

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(© ZVON)
Vorstellung eines in sorbischer Sprache gestalteten Triebwagens des ZVON
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(© ZVON)
Vorstellung eines in sorbischer Sprache gestalteten Triebwagens des ZVON
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