Volkstrauertag in Zwickau
Zum Volkstrauertag war ich als Koordinator für Fragen der Kriegsgräberfürsorge in Sachsen der Bitte der Stadt Zwickau gefolgt, an der zentralen Gedenkstunde auf dem Hauptfriedhof teilzunehmen.
An diesem Tag erinnern wir an vergangene und heutige Kriege und daran, dass wir uns für Frieden einsetzen müssen, jeder an seinem Ort: dazu gehören unter anderem Politiker, Landwirte, Krankenschwestern und Soldaten. Immer mit Achtung vor dem anderen, der an seinem Platz steht. Der Volkstrauertag mahnt uns, für Friedfertigkeit im eigenen Haus und für Wehrhaftigkeit nach außen Sorge zu tragen. Wir gedenken aller Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terror unserer Nation und aller anderen Nationen. Unser Augenmerk sollte dabei auch der Innenansicht des Krieges gelten, was Massengewalt mit Menschen macht und wie diese in totalen Organisationen handeln, weil sich nur so Verhalten in Extremsituationen erklären lässt. Nationen sind nicht von Natur aus verfeindet. In das Gedenken eingeschlossen sind auch die Opfer durch Flucht und Vertreibung. Gerade bei dieser Gruppe fällt mir immer wieder ein, dass Kriege nicht mit Sieg oder Niederlage zu Ende sind – sondern über Generationen, auch durch vererbte Traumata, viel länger fortwirken als sie militärisch andauerten. Und nicht zuletzt erinnerte ich in meiner Rede auch an die Bundeswehrsoldaten, die im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland unterwegs waren und nicht wieder nach Hause lebend zurückkehren konnten.