Gedenken an die Vertreibung der Ungarndeutschen in Pirna
Vor 80 Jahren begann die Vertreibung der Ungarndeutschen. In Pirna wurde ihrer gedacht – mit Zeitzeugen, Schülergruppen und einem neuen deutsch-ungarischen Jugendprojekt.
Die Erfahrungen und das Leid der vertriebenen Ungarndeutschen sind Teil der sächsischen Nachkriegsgeschichte. Rund 50.000 Menschen kamen nach 1945 in mehreren Transporten über die sogenannte »Graue Kaserne« in Pirna nach Sachsen, wurden dort registriert und in verschiedene Regionen weiterverteilt. Viele von ihnen fanden in Sachsen, unter anderem im Vogtland und im Erzgebirge, eine neue Heimat.
Am 20. Januar gedachten Ministerpräsident Michael Kretschmer und der ungarische Staatspräsident Tamás Sulyok gemeinsam in Pirna der Vertreibung der Ungarndeutschen, die vor 80 Jahren begann. An der Veranstaltung nahmen über 200 Personen teil, darunter Zeitzeugen, Schülerinnen und Schüler aus Pécs/Fünfkirchen und Pirna sowie Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen Teilen Sachsens.
Ein zentrales Element des Programms war die szenische Aufführung der Schülerinnen und Schüler des Valerie-Koch-Bildungszentrums aus Pécs, die die Geschichte der Vertreibung in den Mittelpunkt stellte. In der anschließenden Podiumsdiskussion konnte ich auf den Umgang mit Flucht und Vertreibung im Freistaat Sachsen und auf bestehende Aktivitäten in diesem Themenfeld hinweisen.
Im Anschluss nutzten das Evangelische Schulzentrum Pirna und die ungarischen Gäste die Gelegenheit zum Austausch mit Blick auf ein neues deutsch-ungarisches Jugendprojekt. Dieses Projekt soll dazu beitragen, das Schicksal der Ungarndeutschen im Bewusstsein junger Menschen wachzuhalten und den grenzüberschreitenden Dialog zu fördern. Das Deutsch-Ungarische Jugendwerk und die Aktion Zivilcourage werden dieses Vorhaben mit Unterstützung des Freistaates Sachsen umsetzen.