Gedenken in Hoyerswerda
In Hoyerswerda gedachten Bürgerinnen und Bürger der Opfer des Nationalsozialismus. Das würdige Gedenken verband Erinnerung an die Geschichte mit Verantwortung für die Gegenwart.
Zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus versammelten sich heute in Hoyerswerda über 100 Einwohnerinnen und Einwohner – unter ihnen Vertreterinnen und Vertreter des Stadtrates, Oberbürgermeister und Bürgermeister, Schülerinnen, Lehrer und viele weitere engagierte Bürger.
Auf Einladung der RAA – auch im Namen der Stadt – durfte ich die Gedenkrede halten. Der stillen und würdevollen Gedenkstunde ging eine eindrucksvolle Lesung voraus, musikalisch und inhaltlich umrahmt von Schülerinnen und Schülern des Léon-Foucault-Gymnasiums. Zum Abschluss versammelten sich die Teilnehmenden am Gedenkstein im zentral gelegenen Park, um Kränze niederzulegen.
Mir ist wichtig, dass das Erinnern an die Millionen Menschen, die durch das nationalsozialistische Deutschland ihr Leben verloren, nicht im Rückblick stehen bleibt. Gedenken ist kein statischer Akt – es fordert uns auf, aus der Geschichte in die Gegenwart zu schauen, heutiges Unrecht zu erkennen und ihm entgegenzutreten.
Das Gedenken an die Toten misst sich auch am Umgang mit den Lebenden: Wie gehen wir heute mit Antisemitismus um? Wie achten und schützen wir Sinti und Roma, Minderheiten und alle, die ausgegrenzt werden? Diese Fragen bleiben Prüfsteine für unser gesellschaftliches Miteinander.