19.01.2026

Begegnung mit jungen Ungarndeutschen

Abiturienten aus Pécs/Fünfkirchen diskutierten im Transferraum Heimat über Flucht, Vertreibung und gemeinsame Erinnerungskultur.

Am 19. Januar konnte der Transferraum Heimat besondere Gäste begrüßen: 20 Abiturientinnen und Abiturienten des Valerie-Koch-Bildungszentrums in Pécs/Fünfkirchen, begleitet von ihren Lehrkräften. Die zweisprachige Schule der ungarndeutschen Minderheit in Ungarn ist ein lebendiges Beispiel für gelebte Mehrsprachigkeit und kulturelle Identität.

Im Rahmen einer ausführlichen Führung durch den außerschulischen Lernort erhielten die Gäste Einblicke in die Arbeit des Transferraums Heimat und in die vielfältigen Themen rund um Flucht, Vertreibung und Integration. Anschließend entspann sich bei Kaffee und Kuchen eine lebhafte Diskussion über Ursachen, Folgen und die beiderseitige Erinnerungskultur.

Der 19. Januar hat dabei eine besondere Bedeutung: Er wurde 2012 vom ungarischen Parlament zum nationalen Gedenktag an die Vertreibung der ungarndeutschen Bevölkerung erklärt – ein entscheidender Schritt, der europaweit Beachtung fand und Ungarns Rolle als Vorreiter in der Minderheitenpolitik unterstreicht.

Beeindruckend war für mich, dass die Auseinandersetzung mit Flucht und Vertreibung am Valerie-Koch-Bildungszentrum auch Teil des Abiturstoffs ist. Das zeigt, wie tief die Aufarbeitung dieser Kapitel in das Bildungssystem integriert ist.

Mit dem Valerie-Koch-Bildungszentrum haben wir an diesem Tag den Grundstein für eine zukünftige Zusammenarbeit gelegt – insbesondere für gemeinsame Projekte junger Menschen aus Ungarn und Deutschland, die das Bewusstsein für unsere gemeinsame Geschichte weitertragen.

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