Zwischen Fremdsein und Integration
Flucht, Vertreibung und Integration sind keine abgeschlossenen Kapitel der Geschichte. Eine Diskussion in Dresden zeigte, warum der Blick zurück auch heute notwendig bleibt.
Unter dem Titel »Ankommen? Zwischen Fremdsein und Integration« fand an der SLUB Dresden eine Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung statt. Gemeinsam mit Dr. Sönke Friedreich vom ISGV und Frank Hirche vom Transferraum Heimat diskutierte ich unter der Moderation von Alexandra Gerlach, wie Ankunft und Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg in Sachsen gelang – und was sich daraus für heutige Integrationsprozesse lernen lässt.
Auf die Eingangsstatements folgten vertiefende Fragen und eine engagierte Diskussion mit dem Publikum. Die Veranstaltung war gut besucht; besonders bereichernd waren die eingebrachten persönlichen Erfahrungen. Gerade an diesem Ort hätte ich mir allerdings noch mehr Studierende gewünscht.
In der Fragerunde wurde deutlich, dass Flucht und Vertreibung kein abgeschlossenes Thema sind. Die Generation der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen stirbt aus, zugleich bleibt im Unterricht oft nur begrenzt Raum für diese historischen Erfahrungen. Umso wichtiger ist es, das Wissen über Flucht, Vertreibung und Integration weiterzugeben und in den öffentlichen Austausch einzubringen.
Solange Kriege andauern, bleiben Flucht, Vertreibung und die Aufgabe der Integration bedrückend aktuell. Die Erfahrungen von rund 14 Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg werden deshalb auch künftig immer wieder mit ähnlichen Entwicklungen in Beziehung zu setzen sein. Darin liegt ein wichtiger Auftrag – für den Transferraum Heimat ebenso wie für den Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen.