25.05.2026

Zweisprachigkeit vor Ort

Beim Besuch der Servicestelle für kommunale Zweisprachigkeit wurde deutlich: Die Förderung stärkt die sorbischen Gemeinden und macht Sorbisch im Alltag sichtbarer.

Am 22. Mai besuchte ich die von meinem Bereich geförderte Servicestelle für kommunale Zweisprachigkeit für die 42 sorbischen Gemeinden im Freistaat Sachsen. Seit 2019 unterstützt sie die Kommunen dabei, Zweisprachigkeit im öffentlichen Leben verlässlich und alltagstauglich zu gestalten.

Drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich dort engagiert um Übersetzungen, insbesondere im Bereich der Verwaltungssprache. Hinzu kommen die einheitliche Handhabung von Dokumenten und Formularen sowie die Beratung der Kommunen bei der Weiterentwicklung der Zweisprachigkeit vor Ort. Dabei geht es nicht nur um sprachliche Fragen, sondern auch um kulturelle, soziale und wirtschaftliche Anforderungen. Die Gemeinden in den Landkreisen Bautzen und Görlitz nutzen die Servicestelle bereits für ganz unterschiedliche Anfragen und Hilfestellungen.

Im Gespräch stimmten wir uns über die weitere Förderung, die künftige Zusammenarbeit und ein noch stärkeres Zugehen auf die Kommunen ab. Für September ist dazu eine Beratung mit allen Gemeinden geplant.

Mein Eindruck ist klar: Die Verwendung des Sorbischen im öffentlichen Leben nimmt kontinuierlich zu. Darauf weisen erfolgreiche Projekte hin, etwa zweisprachige Ansagen in öffentlichen Verkehrsmitteln, durchgehende zweisprachige Bezeichnungen und mehrsprachige Internetseiten. Diese Entwicklung stärkt die sorbische Minderheit und macht ihre Sprache im Alltag sichtbarer.

Ich bin überzeugt: Die nachhaltige Stärkung von Minderheiten ist ein Gewinn für die gesamte Region und für die Mehrheitsbevölkerung. Zugleich ist sie Ausdruck eines demokratischen Gemeinwesens, das Vielfalt schützt und fördert.

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