16.07.2026

Erinnern heißt Verantwortung übernehmen

15 Gräber serbischer Kriegstoter des Ersten Weltkriegs wurden nach umfassender Sanierung in Meißen eingeweiht. Ein Zeichen der Versöhnung und würdevollen Erinnerung.

Unter diesem Leitgedanken hielt ich meine Ansprache zur Einweihung des umfassend sanierten Gräberfeldes 15 serbischer Kriegstoter auf dem idyllischen und gepflegten Friedhof an der Max-Dietel-Straße in Meißen.

Rund 30 Personen nahmen sich die Zeit, den Opfern des Ersten Weltkriegs zu gedenken und ihnen eine würdevolle Ruhestätte mit dauerhaftem Ruherecht zu geben. Besonders wichtig war dabei, die Grabkreuze jeweils mit einer Namensplakette zu versehen. Ein Ururenkel eines der Toten war eigens zu der Feier angereist.

Der Freistaat Sachsen engagiert sich nachhaltig für ein würdevolles Erinnern. Möglich wird dies durch Förderungen im Zusammenwirken von Sächsischem Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Sächsischem Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung und Sächsischem Staatsministerium des Innern. Sachsen hat außerdem als eines der wenigen Bundesländer eine Gesamtaufnahme aller Gräber begonnen.

Wichtig sind dabei stets die Kommunen und Kirchen als Eigentümer der Friedhöfe, die sich engagieren und hierbei auf unsere Unterstützung angewiesen sind. Die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist in Zeiten, in denen Krieg wieder eine reale politische Option ist, auch ein wichtiges Zeichen für heutige Soldaten.

Versöhnung über den Gräbern ist der Grundgedanke der Kriegsgräberfürsorge. Kein Mensch ist von Natur aus mit anderen verfeindet, sondern fehlgeleitete Politik, Ideologie, religiöser Wahn und Machtinteressen sind die Triebfedern von Kriegen. Deren Lasten können wir über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte hinweg in ein neues Miteinander verwandeln, wenn wir es wollen, so dass aus Feinden Freunde werden.

Ein besonderer Dank galt dem Ersten Botschaftsrat der Botschaft der Republik Serbien in der Bundesrepublik Deutschland, Dragan Popović, der sich für das hiesige Engagement bedankte.

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