02.07.2026

35 Jahre Nachbarschaftsvertrag: Gelebte Freundschaft im Oppelner Schlesien

Der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag wird 35. In Oppeln feierte die deutsche Minderheit das Jubiläum – ein starkes Zeichen für gelebte Freundschaft und verlässliche Brücken.

35 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag – ein historisches Ereignis, das hierzulande vielleicht etwas verhaltener, in Polen und insbesondere in den Regionen der deutschen Minderheit jedoch sehr intensiv und würdig wahrgenommen wird. Die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) unter dem Vorsitz von Rafał Bartek hatte aus diesem Anlass zu einem feierlichen Festakt sowie zahlreichen Begegnungen eingeladen. Die Schirmherrschaft übernahm der Oppelner Marschall Szymon Ogłaza.

Ein Festakt der Verbundenheit im Oppelner Theater

Knapp 700 Besucher erlebten einen stimmungsvollen, großartigen Abend im Oppelner Theater. Mehrere Chöre und Orchester, drei herausragende Solisten sowie ein engagierter Dirigent sorgten für den musikalischen Rahmen. Ein besonders bewegender Moment war das gemeinsame Singen aller Gäste: Neben der polnischen, deutschen und europäischen Hymne erklang auch die Hymne Oberschlesiens.

Rafał Bartek, Vorsitzender des Woiwodschaftsparlaments (»Oppelner Landtag«), und Vizemarschallin Zuzanna Donath-Kasiura hießen die Gäste herzlich willkommen. Besonders erfreulich: Der Freistaat Sachsen genießt in der Region eine große Wertschätzung, was in den Begrüßungsworten deutlich zum Ausdruck kam. Beide wiesen eindrücklich auf die immense Bedeutung des Vertrages gerade für die Minderheit hin. Marschall Ogłaza und Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz hielten zudem zwei beachtliche Festreden, in denen auch tiefe Achtung und Zuneigung zu unserem Land spürbar wurden.

Hand in Hand: Politik und Zivilgesellschaft

Beim anschließenden Abendessen, bei dem Knut Abraham, der »Polen-Beauftragte« der Bundesregierung, charmant die verschiedenen Statements initiierte, durfte ich in einer kleinen Tischrede die sächsische Perspektive einbringen. Ich habe daran erinnert, dass – genau wie in Polen – auch in Deutschland Bund und Länder bei der Ausfüllung dieses Vertrages eng Hand in Hand arbeiten. Dies erstreckt sich ebenso auf die Kommunen und die unzähligen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Vereinen, Organisationen bis hin in den privaten Bereich. Die Brücken sind längst gebaut und sie sind belastbar! Mein hessischer Freund und Kollege Andreas Hofmeister sprach anschließend ebenfalls für die Länder. In allen Beiträgen des Abends wurde eine zentrale Botschaft klar: Minderheiten schaffen lebendige Verbindungen, die bloße Dokumente allein niemals erreichen könnten.

Neue Anregungen für die zukünftige Zusammenarbeit

Der Besuch in Oppeln bot über den Festakt hinaus eine wertvolle Gelegenheit für den fachlichen Austausch. Weitere Stationen meiner Reise waren unter anderem die renommierte Eichendorff-Bibliothek, die Jugendorganisation der Minderheit sowie das Forschungs- und Dokumentationszentrum. Mit Letzterem pflegt unser sächsisches Projekt »Transferraum Heimat« bereits eine erfolgreiche Kooperation.

Zwei Tage voller Begegnungen mit Freunden, neuer Verbindungen, wertvoller Anregungen und konkreter Vereinbarungen zur weiteren Zusammenarbeit vergingen wie im Fluge. Es hat sich einmal mehr gezeigt: In Polen kommt man zu Freunden!

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